Dienstag, 10. März 2020

[Bilderbuch] "In Jakobs Garten wächst was" von Marianne Dubuc

In Jakobs Garten geschieht Ungeheuerliches: Ein Samenkorn plumpst vom Himmel und schiebt schon bald seine Wurzeln ins Erdreich. Das ärgert Wilma Maulwurf, denn in ihrem Badezimmer prangt nun ein Riss. Und bei Familie Feldmaus fällt gleich der ganze Bau ein. Die Empörung ist groß und schnell sind sich alle einig: Die Pflanze muss weg! Zum Glück entdecken die Gartenbewohner in letzter Minute, dass in ihr ein ganz besonderes Geheimnis schlummert ... (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Der Frühling ist greifbar, im Garten beginnen die ersten Pflanzen zu wachsen und Blumen zu blühen. Wie schön, dass wir "In Jakobs Garten wächst was" entdeckt haben. Ein Bilderbuch über ein Samenkorn, das Wachsen und Gedeihen passt momentan einfach richtig gut. Und doch ist die Ausführung hier etwas anders. Denn nicht jeder Bilderbuchbewohner ist glücklich mit dem Samenkorn, dass sich hier so forsch ins Erdreich drängt. Am Ende steht jedoch die Erkenntnis, dass das Großwerden gut ist, dass man damit neue Erfahrungen machen kann und jeder mit der Situation zufrieden ist.

In Jakobs Garten wohnt nicht nur er selbst, hier wimmelt es regelrecht von munteren Gartenbewohnern. Über der Erde hat Herr Wichtel sein Haus, unter der Oberfläche wohnt Wilma Maulwurf, Familie Feldmaus, sowie Regenwurm und Ameise. Allen gefällt es, allen geht es gut. Eines Morgens fällt ein Ding vom Himmel, direkt auf Jakobs Kopf - ein Samenkorn. Jakob ärgert sich kurz, weil seine Kappe nun verbeult ist, da landet das Samenkorn auch schon auf dem Boden und beginnt zu wachsen. Leider breiten sich die Wurzeln so schnell aus, dass die Wohnungen einiger unter der Erde lebenden Tiere bald nicht mehr bewohnbar sind. Sie müssen umziehen und ärgern sich. Die Pflanze hat ihr Zuhause kaputt gemacht und muss weg! Doch vielleicht gibt es eine Möglichkeit, wie alle aus der Situation das Beste machen können und sich doch noch über die Pflanze freuen können.

"In Jakobs Garten wächst was" kommt nicht nur sehr charmant daher, es hat für mich auch diesen Retro-Charme, dessen Zeichenstil und Text mich an die Bücher meiner Kindheit erinnert. Beides erscheint einfach, ist aber sehr differenziert ausgeführt und gut verständlich. Hier gibt es viel zu entdecken, die Gestaltung ist niedlich und freundlich. Obwohl das Thema Garten und Pflanzen immer aktuell ist, hat das Lese- und Betrachtungsgefühl durch Tiere und Wichtel auch etwas Märchenhaftes. Das gefällt der jüngsten Tochter (5) und selbst die 10-Jährige genießt die Atmosphäre des Bilderbuches.
Auch die Aussage der Geschichte, die Kinder nur unterschwellig mitbekommen, empfinde ich als positiv: Wenn man wächst, verändert sich vieles. Das erscheint nicht immer gut, das ist sogar manchmal ärgerlich und verwirrend, kann aber zu mehr Reife, Selbstwertgefühl und Zufriedenheit führen.

Damaris' Fazit ...
Ein Bilderbuch über das Wachsen, Erfahrungen und Veränderung ist "In Jakobs Garten wächst was". Das passt nicht nur gut ins Frühjahr, sondern bezieht sich auf das ganze Leben. Natürlich ist diese Botschaft unterschwellig ausgeführt. Im Vordergrund steht eine freundliche und gut verständliche Geschichte und eine niedliche Gestaltung mit Retro-Charme. Das gefällt uns sehr gut, ist schön anzuschauen und ebenso schön vorzulesen. Eine große Empfehlung!


"In Jakobs Garten wächst was", Beltz & Gelberg 2020 - Hardcover, 26 Seiten - 12,95 € [D] - Format 25 x 31 cm - Text und Illustrationen Marianne Dubuc - Übersetzt von Julia Süßbrich - ab 3 Jahren