Mittwoch, 5. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ein Strandtag" von Susanna Mattiangeli

Ein Tag am Meer! Zuckersand und Sonnencreme. Oder auch: Eine ganz reizende "Gebrauchsanweisung" aus der Sicht eines Kindes, das so vieles sehen kann, was man nur am Strand sieht und so viel erlebt, was man nur am Strand erleben kann. Ein Szenario aus Badehosen und Bikinis, die große, kleine, dicke und dünne Popos bedecken, hagere und dicke Bäuche, alle Arten von Fortbewegungsmitteln für Sand und Wasser, Kinder, mit denen man Fangen spielen, Burgen bauen oder planschen kann ... und dann gibt es da viele Sonnenschirme und die Möglichkeit, sich zu verlaufen ...
Wer jemals am Strand war, spürt mit jedem Wort wieder den Sand zwischen den Zehen. Wer noch nie am Meer in der Sonne lag, wird es schleunigst nachholen wollen! (Text-, und Coverrechte: Bohem Press)


Kannst du dich noch an deinen letzten Strandbesuch erinnern? Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag am Meer zu verbringen? Das Gefühl von Glück, Besonderheit, Geräuschen und Hitze - für mich persönlich sind diese Erinnerungen aus meiner Kindheit sehr präsent, ich verbinde nur Gutes damit. Und ich glaube auch, dass die Gefühle, die der Strand und das Meer mit sich bringen, ein Leben lang erhalten bleiben und Kinder ein stückweit prägen. Das Bilderbuch "Ein Strandtag" animiert dazu, in Erinnerungen zu schwelgen und etwas Neues zu entdecken.

Die Geschichte, die "Ein Strandtag" beinhaltet, ist schnell erzählt: Eine Familie verbringt den ganzen Tag am Strand. Ihr Platz ist durch einen knallroten Sonnenschirm gut zu erkennen und zu merken. Darum geht das kleine Mädchen auch auf Muschelsuche, und um das Loch, das es gebuddelt hat, mit den Muscheln zu schmücken. Was es dabei alles erlebt und wie viel es zu entdecken gibt! Doch irgendwann ist der knallrote Sonnenschirm nicht mehr zu sehen. Für die Kleine jedoch kein Grund zur Sorge, denn am Ende, als sie zurückfindet, ist sie sich sicher: Ich war immer in der Nähe.

Die Betrachtung von "Ein Strandtag" bedeutet aber noch viel mehr, als die Geschichte, die durch die Seiten führt. Sie begleitet Kinder zwar, es gibt allerdings noch Hunderte Minigeschichten, die es hier zu entdecken gibt. Stellenweise gleicht das Bilderbuch einem Wimmelbuch. Wir haben uns während des Betrachtens und Vorlesens die ganze Zeit über unterhalten und berichtet. Besonders meine 4-jährige Tochter war sehr fasziniert von den Dingen, die das Mädchen am Strand erlebt. Sie kennt es ja.

Der Text, der durch das Buch begleitet ist kurz und spricht Kinder oftmals in der Du-Form an. Das Mädchen erzählt, redet aber gleichzeitig mit dem Kind, das das Buch anschaut. Das kommt sehr gut an. Ganz vorne und ganz hinten im Buch sind viele "Bildertipps", mit Dingen, die man an eine Strandtag machen kann und an die man sich erinnert. Ein wunderbare, und oftmals lustige, Ergänzung.

Damaris' Fazit ...
"Ein Strandtag" beschwört all die Erinnerungen hervor, die man an dieses besondere Erlebnis hat. Ein kleines oder großes Glücksgefühl ist die Folge und eine ganz besondere Verbundenheit natürlich auch. Und wenn ein Kind (noch) keine Strand- und Meerbesuche kennt, dann gibt es hier unglaublich viel zu entdecken und zu erzählen. Die Stimmung im Bilderbuch ist fast mir Händen zu greifen, untermalt mit Bildern, die im Prinzip keine Worte benötigen und die nicht besser zur Geschichte passen könnten.


"Ein Strandtag", Bohem Press 2020 - Hardcover, 36 Seiten - 15,00 € [D] - Format 22 x 32 cm - Text von Susanna Mattiangeli - Illustrationen von Vessela Nikolova - Übersetzt von Lucia Zamolo - ab 3 Jahren