Samstag, 17. August 2019

[Bilderbuch] "Ich bin eine Insel" von Mark Janssen

Jeder Mensch braucht eine Insel der Geborgenheit.
Ein Mädchen landet mit seinem Papa und seinem Hund auf einer geheimnisvollen Insel im großen blauen Ozean. Doch diese Insel ist nicht nur einfach eine Insel. Sie ist lebendig. Sie schützt sie vor Gefahren und zeigt ihnen eine wunderbare farbenfrohe Welt Und bringt sie am Ende sicher wieder nach Hause. (Text- und Coverrechte: FISCHER Sauerländer)


Dass dieses Bilderbuch so viel mehr enthält als eine abenteuerliche Geschichte, das sieht man schon beim ersten Blick auf das Titelbild. Eine kleine Familie steht auf einer Insel, sie haben sich dort sogar ein Haus gebaut. Aber ist die Insel wirklich eine Insel? Und ist da vielleicht jemand, der auf Papa, Mädchen und Hund acht gibt, unter dessen Schutz sie stehen? "Ich bin eine Insel" hat mich sehr berührt und begeistert und unsere Kinder zu vielen Fragen und Gesprächen animiert.

Im großen Ozean tobt ein Sturm. Ein Boot ist nicht nur in Seenot, es bricht tatsächlich auseinander. Zum Glück können sich ein Mädchen, ein Mann und ein Hund auf einem Holzbrett retten und treiben tatsächlich auf eine kleine Insel zu. Was sie nicht wissen, die Insel ist eine riesengroße Schildkröte, die sogleich beschließt, der kleinen Familie Schutz und Geborgenheit zu geben. Denn Gefahren gibt es auf dem Meer viele. So lebt die Familie fast ein ganzes Jahr auf dem Inselrücken der Schildkröte, erlebt dabei viele wundersame Dinge, immer in der Sicherheit, dass sie alle irgendwann wieder nach Hause zurückkehren werden.

Donnerstag, 15. August 2019

[Bilderbuch] "Gute Nacht, Sternchen" von Ricardo Liniers

Was machen die Kuscheltiere, während wir schlafen?
"Gute Nacht, Sternchen" ist eine liebevolle und anrührende Graphic Novel, die ohne viele Worte auskommt. Der Kuschelhase Sternchen krabbelt leise aus dem Bett, um zusammen mit seinem Freund, dem Hund Theo, leckere Kekse zu knabbern. Bis plötzlich eine Maus auftaucht: "Wollt ihr mal den größten Keks der Welt sehen?" Alle drei gehen hinaus in die Nacht. Hoch oben am Himmel, da ist er, der riesige Keks. Sternchen nimmt Anlauf, springt ... und verfehlt ihn nur knapp. Denn der große Mondkeks ist dann doch etwas zu weit weg für die Freunde. (Text- und Coverrechte: FISCHER Sauerländer)


"Gute Nacht, Sternchen" gehört zu den Bilderbüchern, die mir sofort auffallen, weil sie anders sind und mich dadurch neugierig machen. Dieses konnte ich alleine vom Äußeren schlecht einschätzen, aber Typographie und Stimmung sprachen mich sofort an. Beim Aufschlagen wurde ich dann überrascht ... und das setzte sich bis zum Ende fort.

Ein kleines Mädchen und sein Kuscheltier Sternchen verbringen den ganzen Tag miteinander. Sie spielen im Herbstlaub und auf der Wiese, etwas traurig beobachtet von Familienhund Theo, der ihnen vom Haus aus zusieht. Auch das Abendprogramm absolvieren das Mädchen und Sternchen gemeinsam. Sie lesen sich vor, baden und essen zu Abend. Dann geht es ins Bett ... natürlich gemeinsam. Und als das Mädchen schläft, erwacht Sternchen plötzlich zum Leben, steigt aus dem Bett und erlebt mit Hund Theo ein echtes, und ein wenig verträumtes, nächtliches Abenteuer.

Montag, 12. August 2019

[Bilderbuch] "'Ich bin gar nicht müde!', sagt der kleine Dachs" von Constanze von Kitzing

Gute Nacht, kleiner Dachs!
Der kleine Dachs ist viel zu müde. Zu müde zum Aufräumen. Zu müde zum Essen. Zu müde zum Zähneputzen. Aber als er dann tatsächlich ins Bett gehen soll, ist die Müdigkeit wie weggeblasen. "Ich bin noch gaaar nicht müde", tönt der kleine Dachs. Was nun?
Mama und Papa Dachs bleiben ruhig und kaum schauen sie mal nicht hin, ist der kleine Dachs schon eingeschlafen. (Text- und Coverrechte: FISCHER Sauerländer)


Für kleine Kinder ist jeder Tag ereignisreich und spannend. Doch wenn es dann Abend wird, und damit Zeit, ins Bett zu gehen, können viele Kinder nicht zur Ruhe kommen. Gutenachtgeschichten, oder solche, mit passendem Thema, können ein schönes Ritual sein und Kinder auf das Schlafengehen einstimmen.

Der kleine Dachs, der in einer Höhle im Wald wohnt, erlebt den ganzen Tag tolle Dinge. Er ist viel unterwegs, hüpft, rennt und spielt am Bach. Am Abend ist der kleine Dachs dann zwar müde, mag aber nicht Aufräumen, nichts zum Abendessen und schon gar nicht Zähneputzen. Ins Bett gehen will er natürlich auch nicht. Alles viel zu anstrengend. Selbst nach der Gutenachtgeschichte mit Papa dreht der kleine Dachs nochmals so richtig auf. Doch plötzlich wird er so müde, dass er sich gerne einkuschelt und einschläft.

Mittwoch, 7. August 2019

[Bilderbuch] "Plötzlich war ein Wuckel da" von Utricha Marmon

Ida ist arm dran. Ihre Eltern haben nämlich ein Wuckel angeschleppt. Und dieses Wuckel spuckt. Es hat eine grässliche Glatze. Und brüllt Tag und Nacht. Kurzum: Das Wuckel hat sich eingenistet, und alles dreht sich nur noch um das neue Familienmitglied. Aber dann merkt Ida, dass ein Wuckel doch für etwas gut ist. Man kann ihm nämlich ziemlich gut die Schuld in die Schuhe schieben. Eine Schlammparty in der Küche? Das Wuckel war’s! Und die Wasserfarbe an der Wand? Sowas fällt nur einem Wuckel ein. Selbst schuld also, wenn man sowas anschafft. Oder ist ein Wuckel doch gar kein so schlimmes Ding? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Kommt zu einer bestehenden Familie ein Baby hinzu, ist das ein Grund zur Freude. Aber es ändert sich auch vieles. Vor allem die älteren Geschwister müssen sich an die neue Situation gewöhnen und viel verarbeiten, viel akzeptieren und ihre Rolle neu zuordnen. In "Plötzlich war ein Wuckel da" wird dieses Thema lustig, ein bisschen augenzwinkernd und sehr liebevoll aufgegriffen. Denn am Ende erkennt auch Ida, dass so ein Wuckel zwar so manches durcheinanderwirbelt, es aber trotzdem wunderbar ist, dass das Wuckel da ist.

Ida wird überhaupt nicht gefragt. Plötzlich, eines Morgens, ist ein Wuckel im Wohnzimmer. Und jetzt soll sie auch noch Hallo sagen?! Es scheint so, als würde das Wuckel jetzt für immer dableiben. Ida ist das gar nicht recht. Kuschelig und hübsch ist das Wuckel nämlich nicht, eher hässlich ... und es stinkt. Mama und Papa haben auch nichts anderes mehr zu tun, als sich um das neue Familienmitglied zu kümmern. Zum Glück hat Ida die Idee für ganz schön viel Wirbel zu sorgen und dann zu sagen: Das Wuckel war's! Doch irgendwann lachen Ida und das Wuckel gemeinsam und Ida bemerkt, das es zusammen gar nicht mal so schlecht ist.

Freitag, 2. August 2019

[Kinderbuch] "Buchstabendschungel" von Ursula Poznanski

Nach einem Sturm im Dschungel sammelt der kleine Affe viele lustig geformte bunte Dinge ein. "Das sind Buchstaben", weiß der schlaue Papagei. "Die hat bestimmt jemand verloren." Und tatsächlich begegnen Affe und Papagei bald sehr seltsamen Tieren, denen etwas zu fehlen scheint: ein Iger, eine Lange, eine Ledermaus, ein Al ... (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Bei den meisten Kindern kommt irgendwann die Zeit, in der sie sich sehr für Buchstaben interessieren. Bei den einen ist das schon früh der Fall, nämlich sobald sie ihren Namen schreiben können. Bei anderen werden Buchstaben interessant, wenn die Kindergartenzeit sich dem Ende zuneigt und die Schule beginnt. Bücher wie "Buchstabendschungel" können Kinder in dieser Zeit begleiten oder das Interesse an Buchstaben und dem Lesen im Allgemeinen hoch halten. Es ist ein perfekter Einstieg in die Welt des Lesens und eine lustig-animierende Geschichte noch dazu.

Die Handlung ist schnell erzählt: Durch den Dschungel pfeift ein Sturm. Ein kleiner Affe, der hoch oben auf einem Baum wohnt, beobachtet, wie seltsame bunte Dinge an ihm vorbeifliegen ... und ein krächzendes Federknäuel. Affe und Papagei entdecken daraufhin, dass die vielen bunten Dinge Buchstaben sind, die anderen Tieren gehören und die während des Sturms verloren gegangen sein müssen. Sie machen sich gemeinsam auf den Weg durch den Dschungel, um den Tieren (z.B der Lange, dem Iger oder dem Nu) die Buchstaben zurückzubringen.

[Kinderbuch] "Die Unausstehlichen & ich: Das Leben ist ein Rechenfehler" von Vanessa Walder

LIFE SAAKS - kommt drauf an, was du draus machst!
Ennis Wutanfälle haben ihren Grund: Ihre Pflegeeltern stecken sie in ein abgelegenes Internat, und nehmen ihren Bruder Noah mit in die Schweiz. Aber Enni hat einen Plan: Ausbrechen und ihn finden. Zu dumm, dass sie dafür die Hilfe der anderen Schüler braucht, denn die findet Enni unausstehlich. Doch dann stellt sich raus, dass die Unausstehlichen eine eigene, nervenzerfetzende Geheimaktion planen und dafür Ennis Hilfe brauchen ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


"Die Unausstehlichen & ich" ist eine neue Kinderbuch-Reihe von Vanessa Walder ... und beim ersten Blick ins Buch wird klar, eine sehr besondere und mutige noch dazu. Die Autorin erzählt in "Das Leben ist ein Rechenfehler" von der 11-jährigen Enni. Enni, die ihrer Erfahrung nach bei niemandem so recht ein Zuhause findet, die redet wie ihr der Mund gewachsen ist und sich von (fast) niemandem etwas sagen lässt. Das Buch ist sicherlich polarisierend, aber auch einfühlsam und wunderbar vielfältig. Die Geschichte wird mit ganz viel Herz erzählt.

Das ist genau der Grund, dass ich Mathe so mag: Es gibt feste Regeln. Und wenn du dich an die Formeln hältst, kann dir nichts passieren. Mathe ist keine Wette. In Mathe gewinnst du immer, wenn du logisch bleibst. - S. 124

Nach etlichen Pflegefamilien, hat Enni bei den Haagens endlich ein gutes Gefühl. Das liegt vor allem an Noah, ihrem Pflegebruder, mit dem sich Enni supergut versteht. Doch als dieser etwas anstellt, und Enni ihn deckt, darf sie die Haagens nicht mehr sehen und wird in ein Internat, eine Schule für Kinder und Jugendliche mit "besonderen Bedürfnissen und Integration" geschickt - für Ennie ein Knast in den Bergen. Sie will dort schleunigst wieder weg und schmiedet einen Plan. Doch Enni hat ihre Rechnung ohne die anderen Schüler des Internats gemacht. Und vielleicht können diese ihr ja auch nützlich sein. Oder ist es eher andersherum?