Donnerstag, 21. Februar 2019

[Bilderbuch] "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" von Eva Eland

Manchmal kommt Traurigkeit ganz unerwartet und lässt einen nicht mehr los. Dann ist es gut, keine Angst vor ihr zu haben! Am besten gibt man ihr einen Namen, hört ihr zu und verbringt etwas Zeit mit ihr. Vielleicht will sie einfach nur wissen, dass sie willkommen ist. Vielleicht braucht sie nur ein bisschen frische Luft, etwas Musik und heißen Kakao. Vielleicht will sie sich einfach nur neben einen Freund schlafen legen. Und wenn man aufwacht, ist sie weg. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Traurigkeit hat viele Formen. Manchmal ist sie allumfassend, befällt uns Menschen dauerhaft, manchmal besucht sie uns auch nur für eine Weile ... und verabschiedet sich irgendwann wieder. Traurigkeit kann ihre Gründe haben, aber auch völlig grundlos erscheinen. Das alles ist okay. Denn Gefühle gehören zum Leben. Wichtig ist es, Gefühle zuzulassen, sich ihrer bewusst zu werden. Das Bilderbuch "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" kann dieser ein Gesicht, ein Gestalt verleihen. Und vielleicht auch helfen, damit umzugehen.

Fasziniert haben mich bei diesem Büchlein die Zeichnungen, die fast ein wenig an die Illustrationen von Kindern erinnern, und darum mit großem Charme und Einfühlungsvermögen das Thema Traurigkeit vermitteln. Die Traurigkeit besucht ein Kind, in Form eines großen blaugrünen Etwas. Das sieht gar nicht beängstigend aus, vielmehr wie ein kuscheliger Freund - ein sehr trauriger kuscheliger Freund. Die Gefühle, die entstehen, wenn diese Traurigkeit vor der Tür steht, werden durch die Illustrationen und durch einen freundlichen und respektvollen Text sichtbar gemacht. Der Ton ist einfach und wertschätzend. Im Grunde geht es darum, die Traurigkeit anzunehmen, zu verstehen und kleine Tipps mitzunehmen, damit umzugehen. Vielleicht bleibt die Traurigkeit, vielleicht ist sie nach einer Weile auch wieder verschwunden.

Mittwoch, 20. Februar 2019

[Kinderbuch] "Ein Affe an der Angel: Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt" von Jonny Bauer

Safari in die Fantasie!
Ob bei Regenwetter im Kinderzimmer oder bei Stau auf der neuen Autobahn, Darko ist Meister darin, überall Abenteuer zu finden. Darüber hinaus ist er ein begeisterter Tierforscher. Auf seinen fantasievollen Reisen findet er tierisch gute Freunde, mit denen er viel Spaß hat und von denen er so einiges lernt! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Vorlesegeschichten mit vielen Bilder sollten bei Kindern zum Pflichtprogramm gehören. Wenn sich Text und Bilder gut ergänzen, profitieren Kinder und Vorlesende, erleben die Geschichte sehr anschaulich. Im Fall von "Ein Affe an der Angel" trifft nicht nur das zu, die Geschichten sind auch noch so fantasievoll, dass das Lesen zu einem echten Highlight wird.

Darko, ich schätzte, er ist etwa 6 Jahre alt, ist ein Tierforscher, ein Fachmann für große Abenteuer. Gerade bereitet er in seinem Zimmer, oben in einem Hochhaus, einen neue Forschungsreise vor. Dafür hat er schon allerhand wichtige (teils kuriose) Dinge gepackt. Dass es draußen in Strömen regnet, stört Darko nicht, denn er möchte gerne Regenwürmer fangen und an seiner Forscherhütte auf dem Spielplatz weiterbauen. Leider macht ihm seinen Mama einen Strich durch die Rechnung. Weil es so stark schüttet, muss Darko in seinem Zimmer bleiben. Das ärgert ihn so sehr, dass er sein Tierforschungsbuch aus dem achten Stock wirft und die Regenwürmer durchs Fenster fangen will. Doch plötzlich klettern allerhand Tiere in Darkos Zimmer. Gemeinsam schmieden sie einen Plan und sagen der Langeweile den Kampf an.

[Bilderbuch] "Mama" von Hélène Delforge

Mama.
Ein Name, getragen von Milliarden von Frauen, zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten dieser Erde. 
Ein Wort, das Liebe ausdrückt, Zärtlichkeit, Verbundenheit, manchmal Warten, Abwesenheit.
Doch wenn sie ihr Kind im Arm halten, sind alle Mamas gleich. Nämlich einzigartig. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


"Mama" ist für mich ein Bilderbuch für Erwachsene (von dem auch Kinder stark fasziniert sein können). Es ist ein Buch für Mütter und Töchter. Schon nach wenigen Seiten erlebt man den Zauber der Texte, in Verbindung mit den einzigartigen Bildern. Das Buch hat etwas so Liebevolles und Warmherziges, dass es sofort mein Herz berührte.

Die Aufmachung des Buches ist fast immer gleich. Die Seiten bestehen aus einem Text/Gedicht und dem passenden Bild dazu. Eine kleine, ergänzenden Zeichnung ist auch noch oft dabei. Das ist so herrlich divers, so vielfältig und anschaulich, dass man das Bilderbuch völlig fasziniert und versunken betrachtet.
In den Texten geht es um pures Gefühl. Um Liebe, aber auch Ängste. Um den Alltag und um Träume. Man findet in den Texten nicht nur Lebensweisheiten, sondern auch Erkenntnis und Verständnis. Die Bilder von Quentin Gréban sind sehr innig und ausdrucksstark. Sie verstärken die Wirkung der Texte nochmals um ein Vielfaches.

Montag, 11. Februar 2019

[Bilderbuch] "Roberta & Henry" von Jory John

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig ... Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Vor einiger Zeit haben wir von den Autoren, bzw. Illustratoren Jory John und Lane Smith "Paule Pinguin allein am Pol" (vor)gelesen. Das Bilderbuch begeistert uns mit seiner schrullig-liebenswerten Art noch heute und wird immer wieder hervorgeholt. "Roberta & Henry" ist das neueste Bilderbuch von Jory John und Lane Smith und hatte, wegen guter Erinnerungen, sofort unsere Aufmerksamkeit. Und es kann sein, dass die Kinder und ich uns ein bisschen (dolle) in Giraffe Roberta und Schildkröte Henry verliebt haben. Es geht um eine Freundschaft, die sehr individuell ist, und die Erkenntnis, dass Stärken und Schwächen zu jeder Persönlichkeit gehören.

Glücklich ist Giraffe Roberta nicht wirklich. Man kann sie sogar unglücklich nennen. Ihr Hals ist ihr einfach zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu scheckig, zu streckig, ... einfach bekloppt. Sie wird ständig von allen angestarrt. Zwar versucht sie ihren Hals mit Schals, Krawatten und Fliegen aufzuhübschen, aber zufrieden macht sie das nicht. Roberta hat es auch schon mit verstecken probiert. Leider klappt auch das bei ihrer Größe mehr schlecht als recht.
Als Roberta eines Tages völlig verzweifelt ist, trifft sie auf Schildkröte Henry. Henrys Hals ist ganz nach Robertas Geschmack, weil er so schön kurz ist. Doch auch Henry hat Sorgen und Probleme (die Roberta vielleicht lösen kann). Gemeinsam erleben die beiden, dass sie sich ganz wunderbar ergänzen.

Mittwoch, 6. Februar 2019

[Kinderbuch] "Twyns: Die magischen Zwillinge" von Michael Peinkofer

Wynn lebt in der sagenhaften Anderwelt, wo sie als Prinzessin aufwächst und tagein, tagaus von Bediensteten umsorgt wird. Wie langweilig! Doch dann katapultiert ein magischer Elfenstein sie in die Menschenwelt - mitten hinein in das Leben der zwölfjährigen Anny. Verblüfft stellen die beiden Mädchen fest, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen! Kurzerhand beschließen sie, die Rollen zu tauschen. Doch das Spiel geht nicht lange gut - denn eine böse Macht aus der Anderwelt hat es auf die beiden abgesehen ... (Text- und Coverrechte: Ravensburger Buchverlag)


Bücher mit Zwillingen üben auf Kinder schon immer einen ganz besonderen Reiz aus. Das zeigen Klassiker wie "Hanni und Nanni" oder "Das doppelte Lottchen". Und genau so fühlt sich "Twyns: Die magischen Zwillinge" beim Lesen des Klappentextes an ... nur mit Fantasy. Die Abenteuer der zwölfjährigen Mädchen Anny und Wynn in der Menschen- und Anderwelt machen sofort neugierig.

Die Handlung ist schnell umrissen. Anny wächst mit ihrem Vater in der Menschenwelt auf, Wynn mit ihrer Mutter in der Anderwelt. Wie es dazu kam, erfuhr ich in einem spannenden Prolog, der genaue Grund wird später aufgelöst. Die Mädchen wissen nichts voneinander, geschweige denn von einer Zwillingsschwester. Durch einen Zufall lernen sich Wynn und Anny kennen und tauschen die Rollen. Sie wissen zuerst nicht, dass sie sich in große Gefahr begeben. Denn die Familie darf nicht vereint sein, um dem Bösen aus der Anderwelt nicht in die Hände zu fallen.

Dienstag, 29. Januar 2019

[Bilderbuch] "Saumüde!" von Katja Reider

Ferkel ist nicht müde. Ganz im Gegenteil zu seiner Mama. Keuchend trabt sie hinter ihm her, während er ins Hühnerhaus prescht, schwungvoll über die Schafe hopst oder übermütig den Hang hinunterkullert - und träumt davon, endlich ihre Ruhe zu haben. Doch als Ferkel plötzlich auf den Wilden Willi trifft, ist sie mit einem Mal hellwach ... Ein Bilderbuch für alle Kinder, die (noch) nicht schlafen wollen - und ihre "saumüden" Eltern. (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Kinder gehen selten gerne ins Bett. Warum auch? Spiel und Erlebnisse sind viel wichtiger. Ist es dann aber an der Zeit, kann es ein schönes Ritual sein, ein Bilderbuch vorzulesen. "Saumüde!" ist eine lustige und passende Gutenachtgeschichte, die wir auch gerne am Tag vorlesen. Das Bilderbuch zeigt Kindern, dass sie mit dem Konflikt nicht schlafen zu wollen nicht allein sind, animiert zum Mitmachen und vermittelt Geborgenheit.

Nach einem langen Tag ist Ferkel müde. Das ist nicht ganz richtig, es ist wohl eher Ferkels Mama, die findet, dass Ferkel müde ist und nun ins Bett gehen sollte. "Nö! Kein bisschen!", ruft Ferkel und zeigt seiner Mama mal eben wie ein Handstand geht. Und egal welches Argument Mama vorbringt, Ferkel hat keine Lust ins Bett zu gehen. Doch als Ferkel unachtsam wird und dem Wilden Willy im Kuhstall zu nahe kommt, ist Mama zur Stelle. Nach diesem Abenteuer sind beide dann wirklich saumüde.