Sonntag, 14. April 2019

[Bilderbuch] "Schaukel das Schaf: Ein Mitmachbuch" von Nico Sternbaum

Mit diesem lustigen Bilderbuch können Kinder ab 2 Jahren selbst aktiv werden: Sie dürfen das Buch schütteln, schaukeln, darauf herumklopfen oder über seine Seiten pusten, je nachdem, was die kleine Geschichte verlangt. Da gilt es, einen Dino zu kratzen, eine Maus zu retten oder einen Roboter zu aktivieren. Ein Buch voller Überraschungen für jede Menge Spiel, Spaß und Spannung! (Text- und Coverrechte: Bassermann Verlag)


Vom Autor und Illustratior Nico Sternbaum kennen wir bereits ein Mitmachbuch. "Schüttel den Apfelbaum" hat uns nicht nur vollkommen überzeugt und uns viele interaktive Buchstunden beschert, wir haben es auch schon mehrfach verschenkt. Mit dem immer gleichen Ergebnis: erstaunte Freude. Nach dem Hinweis, dass nun ein zweites Mitmachbuch des Autors erschienen ist, musste "Schaukel das Schaf" natürlich sofort einziehen ... und bereichert seitdem die Vorlesestunden mit unserer jüngsten Tochter (4).

Der Einband ist aus stabiler Pappe, die Seiten aus etwas festerem Papier. Unsere Tochter geht sehr vorsichtig damit um, jüngere Kinder benötigen eventuell eine kurze Anleitung. Mit 64 Seiten zählt das Buch zu den umfangreicheren Bilderbüchern. Macht aber ganz nichts, denn Langeweile kommt hier ganz sicher nicht auf. Bleibt man dran, ist das Buch auch schnell "durchgearbeitet" und jedes Mal wieder ein großer Spaß und zugleich Erfolg für die kleinen Zuhörer*innen. Denn sie dürfen hier selbst aktiv werden.

Mittwoch, 10. April 2019

[Bilderbuch] "Guck mal, wer da ist! Der Wald und seine Jahreszeiten" von Anna Milbourne

Was machen Bärenkinder im Frühling? Wo verstecken sich Igel im Herbst? Und halten Wölfe Winterschlaf? Sieh hinter Klappen und durch Gucklöcher und finde heraus, was die Waldtiere in einem Jahr so alles erleben. (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Die Bilderbuchreihe "Guck mal, wer da ist!" ist mittlerweile sehr umfangreich. Hier finden sich Bücher zum Thema Märchen sowie zu Garten, Dschungel, Tiere, Weltraum oder Meer. Die Kinderbücher zeichnen sich durch viele (und sehr besondere) Klappen und Gucklöcher aus, die den Inhalt zu einem echten Erlebnis machen. "Der Wald und seine Jahreszeiten" ist das neueste Buch der Reihe und wurde jetzt schon zu einem kleinen Ritual für meine jüngste Tochter (4): Erst vorlesen, dann alleine anschauen.

Der Titel verrät es schon, im Buch geht es um den Wald und die Veränderungen im Laufe der Jahreszeiten. Denn hier ändert sich nicht nur das Aussehens des Waldes, sondern auch der Lebensraum für die vielen tierischen Waldbewohner. Für die 14 stabilen Pappseiten ist das Thema sehr gut abgedeckt. Mit einem kurzen Text bekommen Kinder die Infos zur jeweiligen Szene. Auf jedem Fleckchen des Buches, gibt es etwas zu entdecken. Sehr schön!

Dienstag, 9. April 2019

[Kinderbuch] "Das große Vorlesebuch für kleine Helden" von Margit Auer

Dieser große Sammelband mit Vorlesegeschichten von Margit Auer ist eine wahre Schatzkiste unterschiedlichster Texte, mal spannend, mal bewegend, mal turbulent und auch mal still.

Margit Auers Geschichten sind geprägt von sprudelnder Fantasie, klugem Humor, sozialem Engagement und stiller Wärme. Margit Auer nimmt die Kinder auf ganz besondere Weise ernst, was die Leser spüren, und wofür sie Margit Auer verehren. Mit vier ganz neuen Geschichten! (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


An Vorlesebüchern für junge Kinder mangelt es uns nicht. Trotzdem bin ich immer auf der Suche nach Büchern, die zu uns passen, denn Vorlesebücher unterscheiden sich inhaltlich stark und die Auswahl ist groß. Diese Art Bücher ziehen für mich gleich mit anspruchsvolleren Bilderbüchern und sind ein nächster Schritt hin zum Selberlesen. Außerdem macht es großen Spaß mit den Kindern in kürzeren und gut verständlichen Geschichten zu versinken. Die Geschichten in "Das große Vorlesebuch für kleine Helden" sind von Margit Auer geschrieben. Das ist die Autorin der Kinderbücher "Die Schule der magischen Tiere" - ein Hit bei Kindern ab ca. 8 Jahren. Auch die Geschichten für jüngere Kinder haben uns überzeugt. Sie sind sehr unterschiedlich, oftmals lustig oder mit einem Augenzwinkern geschrieben und bei aller Vielfalt gut nachvollziehbar.

Zwölf Geschichten enthält "Das große Vorlesebuch für kleine Helden". Jede ist anders und kann innerhalb von ca. 10 Minuten vorgelesen werden. Die Länge ist perfekt für kleine Zuhörer*innen. Es gibt realistische Geschichten, wie die von der Butterbrotbande oder märchenhaft-lustige, zum Beispiel, als Prinzessin Ringelsocke zelten gehen will. Abenteuergeschichten vom Pirat Pfefferkorn und phantastische Erzählungen, etwa von Frido, dem Hochhaus-Drachen, finden sich auch im Buch. Zwei der Geschichten sind einem Band der "Schule der magischen Tiere" entnommen. Sie lassen sich einzeln hervorragend lesen und verstehen, sind aber ein klein wenig anspruchsvoller als der Rest. Das Buch ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet, für 5-8 jährige Kinder empfinde ich es als perfekt.

Dienstag, 2. April 2019

Die drei ??? Kids - 20 Jahre Lese- und Rätselspaß


Ich bin mit Die drei ??? (gesprochen: Die drei Fragezeichen) aufgewachsen. Die spannende Buchreihe gibt es bereits seit über 50 Jahren, und sie ist damals wie heute präsent. Auch meine Kinder haben recht früh mit den Hörspielen angefangen, wegen des jungen Alters waren ihnen diese aber bisweilen noch zu nervenaufreibend oder gruselig. Ja, diese Reihe ist wirklich spannend. Wie gut, dass wir diesbezüglich dann auf Die drei ??? Kids zurückgreifen konnten. Ab etwa 7-8 Jahren können Kinder gemeinsam mit Justus, Peter und Bob ermitteln, rätseln und viele spannende Fälle lösen. Die drei Detektive sind hier noch jünger und deren Fälle deutlich ans Zielpublikum angepasst. Jedes der Bücher kommt gut an und auch die Hörspiele sind bei uns ein Dauerbrenner. Die drei ??? Kids gibt es seit 1999, die Detektivreihe feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. So schnell vergeht die Zeit, und für uns wird noch lange kein Ende in Sicht sein.



Neben Büchern und Hörspielen gibt es mittlerweile noch viele Zusatzartikel zur Reihe, zum Beispiel Sonderbände und Fanartikel ... und ganz neu Krimi-Puzzle. Ein großer Spaß für die Kinder, und für mich eine reizvolle Ergänzung (und Motivation) Kinder zum Lesen zu animieren. Unser Hauptaugenmerk liegt aber auf den Büchern und sehr gerne den Hörspielen. Zum 20-Jahre-Jubiläum sind einige neue Bücher der drei ??? Kids erschienen. Drei davon haben wir uns genauer angeschaut ...

Donnerstag, 14. März 2019

[Sachbuch] "Komm, ich zeige dir die Wölfe" von Svenja Ernsten

Böser Wolf oder Kuscheltier? Dieses besondere Sachbuch zeigt, wie Wölfe wirklich sind. Mit faszinierenden Fotos führt es ganz nah heran an ihr Leben in unserer Natur. Kurze Sachtexte erklären, was Kinder zusätzlich wissen wollen. Wie jagen Wölfe? Wie verständigen sie sich? Und vor allem: Wie wachsen die kleinen Wölfe auf? Über die vielen Ähnlichkeiten zwischen Wolfs- und Menschenfamilien kann man nur staunen, und es macht großen Spaß, beide zu vergleichen. (Text- und Coverrechte: KOSMOS Verlag)


Bücher über Tiere sind und bleiben für Kinder ein großer Anziehungspunkt. Egal ob Haus- oder Wildtiere, sie werden wohl immer begeistern und es macht großen Spaß neue Dinge über sie zu erfahren. "Komm, ich zeige dir die Wölfe" ist ein Sachbilderbuch, das Wissen und Informationen zu diesen besonderen Tieren als Text und in wunderschönen, großformatigen Fotos weitergibt. Dazu ist es so sympathisch geschrieben, dass es sich auch hervorragend als Vorlesesachbuch eignet.

Der Wolf ist ein Tier, das immer polarisieren wird. Auf der einen Seite sind Wölfe faszinierend - nicht zuletzt, weil sich viele Mythen um sie ranken - und dem Haushund ziemlich ähnlich, andererseits flößen sie vielen Menschen auch Respekt ein, machen vielleicht sogar ein bisschen Angst. Und weil Wölfe über ein Jahrhundert lang in Deutschland nicht mehr zu finden waren, seit etwa zwanzig Jahren hier wieder ein Zuhause haben, ist "Komm, ich zeige dir die Wölfe" ein Kindersachbuch, dass genau zu richtigen Zeit kommt. Es zeigt Wölfe in ihrer natürlichen Umgebung, räumt mich manchem Vorurteil auf (z.B. heulen Wölfe gar nicht den Mond an) und vermittelt Wissen auf eine sehr freundliche und spannende Art und Weise.

Mittwoch, 13. März 2019

[Bilderbuch] "Baby-Universität: Raketenwissenschaft für Babys" von Chris Ferrie

"Raketenwissenschaft für Babys" ist eine heitere und verständliche Hinführung zur Luft- und Raumfahrttechnik. Kleinkinder (und Erwachsene!) lernen die Grundlagen von Auftrieb kennen und begreifen, wie Schubkraft Dinge zum Fliegen bringt. Auf unnachahmlich leichte Weise und stets mit einem Augenzwinkern schafft es der Quantenphysiker und Familienvater Chris Ferrie, Kinder und Erwachsene gleichermaßen zu inspirieren. Die Bücher der Baby-Universität sind der einfachste Weg, um schon die Jüngsten für die Wunder der Wissenschaft zu begeistern.
Es ist niemals zu früh, ein Raketenwissenschaftler zu werden!

Baby-Universität: Man braucht nur einen Funken, um die Vorstellungskraft eines Kindes zu entfachen. (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Was ist denn das? Ich bin überzeugt davon, dass vielen Eltern diese Frage durch den Kopf schießt, wenn sie das erste Mal auf "Raketenwissenschaft für Babys" aufmerksam werden. Das Buch aus der neuen Reihe Baby-Universität klingt nach einem Scherz. Brauchen kleine Kinder und Babys wirklich so etwas? Ja, findet Autor und vierfacher Vater Chris Ferrie. Er selbst ist Physiker und der Meinung, dass man Kinder nicht früh genug mit der Faszination Wissenschaft vertraut machen kann. Nach einer ersten Durchsicht (und viel Schmunzeln) bin ich der Meinung: Stimmt genau!

Sonntag, 3. März 2019

[Kinderbuch] "Wir Kinder vom Kornblumenhof: Ein Schwein im Baumhaus" von Anja Fröhlich

Sieben Frühlingsferkel: Sieben Ferkel auf einen Streich! Wollschweinmama Fräulein Stinkewitz ist restlos überfordert. Natürlich helfen Mai und die anderen Kinder vom Kornblumenhof nur allzu gern mit, die wuscheligen Winzlinge zu versorgen. Doch dann taucht der doofe Abraxas mit seiner Jungsbande auf und will eines der Ferkel haben! Schweinerei!, finden Mai und ihre Cousinen und schmieden im geheimen Baumhausquartier einen Plan, um die Jungs zu vertreiben. (Text- und Coverrechte: Ravensburger Buchverlag)


"Ein Schwein im Baumhaus" ist der erste Band der neuen Wir Kinder vom Kornblumenhof-Buchreihe. Ganz ehrlich, bei einem ersten Blick auf das Buch war ich entzückt. Es hat eine so sympathische Erscheinung, dass man sofort mit dem Lesen beginnen möchte. Das dachte sich auch meine Tochter, die mit ihren 9 Jahren perfekt in die Zielgruppe passt, denn Mai, die junge Erzählerin der Geschichte, wird in diesem Band 10 Jahre alt. So musste ich mich mit dem Lesen kurz gedulden, aber nicht lange. Nach zwei Tagen war meine Tochter mit dem Buch durch (und verlangte sofort nach Band 2).

Die Eltern von Mia und ihren Geschwistern haben sich fest vorgenommen, dass ihre Kinder die schönste Kindheit, mit dem schönsten Zuhause, haben sollen. Darum haben sie nach ihrer Hochzeit einen großen alten Bauernhof gekauft, den Kornblumenhof. Hier lebt die Familie Schluckewitz also gemeinsam, zusammen mit Oma, Opa, Onkel, Tanten und deren Kindern. Da ist es kaum verwunderlich, dass auf dem Hof immer was los ist. Und besonders aufregend wird es, als Mai morgens in den Schweinewohnwagen läuft, dort haben die drei Wollschweine der Familie ihren Stall, und feststellt, dass über Nacht sieben winzige Ferkel geboren wurden. Wo sind die denn so plötzlich hergekommen? Da die Schweinemama komplett überfordert ist, helfen Mai und die anderen Kinder natürlich gerne, die Schweinebabys zu versorgen. Als eine Jungsbande auftaucht, deren Anführer eines der Ferkel haben möchte, braucht Mai ganz schnell einen guten Plan.

Donnerstag, 28. Februar 2019

[Sachbuch] "Die Natur: Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür" von Maria Ana Peixe Dias und Ines Teixeira do Rosário

Tanzen da Motten im Licht der Straßenlaterne? Siehst du die zartrosa Ackerwinde am Straßenrand? Bringen diese bauschigen Wolken Regen? Oft sind wir im Alltag so abgelenkt, dass wir sie gar nicht bemerken: die Natur. Dabei ist sie so erstaunlich, wenn man mehr über sie weiß. Zum Beispiel, wie Ameisen sich mit ihren Antennen verständigen und warum wir die Sterne tagsüber nicht sehen können. Ein Buch für die ganze Familie, randvoll mit Wissen zu Bäumen und Blumen, Insekten, Amphibien, Vögeln, Reptilien und Säugetieren, Gesteinen, Gewässern, Wolken und Sternen. Unzählige Anregungen für Streifzüge vor der eigenen Haustür ermuntern, die Natur im Großen wie im Kleinen zu entdecken. Die moderne Gestaltung verbindet klare Linien mit atmosphärischen Aquarellen und lässt die Fantasie ins Freie wandern - man muss nur aufstehen und ihr folgen! (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Bilderbücher und Kindersachbücher zu allen Themenbereichen der Erde und unserer Umwelt gibt es viele, und nicht wenige finden sich auch bei uns zu Hause. Ein umfassendes Natur-Nachschlagewerk für Kinder gehört für mich in jedes Familienregal. Doch welcher ist der richtige Naturführer für meine Kinder? Hier kann es von Vorteil sein, sich ein bisschen einzulesen. Ein unglaublich schönes und wertiges Exemplar ist "Die Natur: Entdecke die Wildnis vor deiner Haustür". Es ist nicht nur äußerst fundiert und hat einen freundlichen und wertschätzenden Ton, auch die Gestaltung ist eine große Besonderheit.

Ich möchte zuerst auf die äußeren Vorzüge von "Die Natur" eingehen, denn diese haben einen großen Anteil am wertvollen Gesamteindruck. Illustrator Bernardo P. Carvalho wurde schon mehrfach für seine Werke ausgezeichnet, und das merkt man. Die zwei Grundfarben des Buches sind Orange und Blau. Jetzt fragt man sich vielleicht, ob diese (in Verbindung mit Weiss und Schwarz) ausreichen, für einen Naturführer angebracht sind. Sollte eine Darstellung nicht viel bunter und natürlicher sein? Erstaunlicherweise entsteht zu keiner Zeit der Eindruck, das Buch wäre farblos oder trist. Im Gegenteil. Die Farbgestaltung begünstigt die Aufmerksamkeit und wurde so besonders eingesetzt, dass es eine Freude ist, durch die Seiten zu blättern und sich darin zu vertiefen. Manchmal entsteht sogar der Eindruck eines Kunstbandes - ein wirklich kunstvolles Naturbuch.

Mittwoch, 27. Februar 2019

[Sachbuch] "Raus auf den Balkon!: Das große Handbuch für kleine Gärtner" von Thierry Heuninck

Ein Gartenbuch für Kinder - Pflanzen anbauen und pflegen auf dem Balkon, im Minibeet und im Blumentopf

Radieschen, Basilikum, Tomaten oder Petersilie ... Kinder brauchen keinen großen Garten, um ihre eigenen Pflanzen und ihr eigenes Gemüse zu ziehen! Dieses bunt illustrierte Sachbuch zeigt Kindern in einfachen Schritt-für-Schritt-Anleitungen mit vielen Tipps und Tricks, Anekdoten und Rezeptideen, wie man erfolgreich auf dem Balkon, im Minibeet oder im Blumentopf gärtnert. Der Rhythmus der Jahreszeiten wird dabei ebenso spielerisch vermittelt wie botanische Fakten und Fachbegriffe. Eine komplette Einführung in das Gärtnern für alle Kinder mit grünen Daumen! (Text- und Coverrechte: Knesebeck Verlag)


Im Frühjahr, wenn die ersten Sonnenstahlen den Winter verdrängen, und uns Gemüt und Seele erwärmen, haben Natur, Garten und Balkon eine große Anziehungskraft. Man kann den Pflanzen beim Wachsen zuschauen und nicht selten verspüren Kinder den Wunsch, sich daran aktiv zu beteiligen. Nicht jeder hat dafür einen großen Garten zur Verfügung. Macht aber nichts, auch ein Balkon oder ein kleiner Platz vor der Haustür ist perfekt zum Gärtnern geeignet. In Minibeeten und Töpfen können Kinder Blumen, Obst und Gemüse anbauen. "Raus auf den Balkon!: Das große Handbuch für kleine Gärtner" ist wohl das beste Beispiel für ein gelungenes (und überaus charmantes) Sachbuch für Kinder, die sich als kleine Gärtner versuchen wollen.

Ganz im Ernst, dieses Buch ist so hübsch gestaltet, dass mir schon bei einem ersten Blick darauf das Herz aufgeht. Das fängt bei Cover und innerem Einband an und zieht sich im Innenteil durch das ganze Buch. Neben den bebilderten Schritt-für-Schritt-Planzanleitungen finden sich auch Bilder im Buch, die zeigen, wie schön bepflanzte Balkone aussehen können. Dieser liebevolle Retro-Touch, diese Stimmung - genial! Der Illustrationsstil ist ganz klassisch, in vielen Grundfarben, gehalten und drückt damit etwas Fröhliches und Freundliches aus. Das animiert so stark, dass man sofort loslegen möchte. Die Auswahl fällt wirklich schwer.

Freitag, 22. Februar 2019

[Bilderbuch] "Meine großen Labyrinthe: Verborgene Welten entdecken!" von Karine und Antoine Balzeau

Was wimmelt unter der Erde oder im heißen Wüstensand? Finde den Weg durch die Irrgärten und sammle auf dem Weg viele spannende Informationen zu allen möglichen Lebensräumen in der Natur. Entdecke einen verworrenen Ameisenbau, ein gefährliches Vulkansystem, Tiere und Pflanzen in Höhlengängen, wundersame Unterwasserwelten und vieles mehr. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Labyrinthe und Rätsel gehören zum festen Bestandteil vieler Magazine und Kinderzeitschriften. Kein Wunder, denn sie sind so faszinierend, dass man sich immer sofort einen Stift schnappen will, um den richtigen Weg durch den Irrgarten zu finden. "Meine großen Labyrinthe: Verborgene Welten entdecken!" ist ein Bildersachbuch über verschiedene Bereiche unserer Erde. Mit den Labyrinthen wird gezeigt, wie es unter der Erdoberfläche aussieht, inklusive dem Reiz, das Rätsel durch das Labyrinth zu lösen.

Ganze 13 Labyrinthe enthält das Bilderbuch. Diese führen durch bekannte Landschaften, aber auch durch Gebiete, die man nicht direkt auf dem Schirm hat. Das ist sehr spannend zu verfolgen. "In der Gartenerde" oder "Unter der ruhigen Oberfläche eines Sees" gibt es viel zu entdecken. Besonders aufregend und aufschlussreich sind die Labyrinthe "Reise zum Mittelpunkt der Erde" und "In Höhlen bleibt die Zeit stehen". Es gibt gefühlt kein Thema, an das nicht gedacht wurde.
Zu jedem Themenbereich gibt es eine kurze Einführung als Text und viele spannende Informationen, die direkt dort zu finden sind, wovon sie handeln. Damit wird das Buch zu einem schönen Nachschlagewerk, einem kleinen Natur- und Umweltführer für Kinder.

Donnerstag, 21. Februar 2019

[Bilderbuch] "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" von Eva Eland

Manchmal kommt Traurigkeit ganz unerwartet und lässt einen nicht mehr los. Dann ist es gut, keine Angst vor ihr zu haben! Am besten gibt man ihr einen Namen, hört ihr zu und verbringt etwas Zeit mit ihr. Vielleicht will sie einfach nur wissen, dass sie willkommen ist. Vielleicht braucht sie nur ein bisschen frische Luft, etwas Musik und heißen Kakao. Vielleicht will sie sich einfach nur neben einen Freund schlafen legen. Und wenn man aufwacht, ist sie weg. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Traurigkeit hat viele Formen. Manchmal ist sie allumfassend, befällt uns Menschen dauerhaft, manchmal besucht sie uns auch nur für eine Weile ... und verabschiedet sich irgendwann wieder. Traurigkeit kann ihre Gründe haben, aber auch völlig grundlos erscheinen. Das alles ist okay. Denn Gefühle gehören zum Leben. Wichtig ist es, Gefühle zuzulassen, sich ihrer bewusst zu werden. Das Bilderbuch "Gebrauchsanweisung gegen Traurigkeit" kann dieser ein Gesicht, ein Gestalt verleihen. Und vielleicht auch helfen, damit umzugehen.

Fasziniert haben mich bei diesem Büchlein die Zeichnungen, die fast ein wenig an die Illustrationen von Kindern erinnern, und darum mit großem Charme und Einfühlungsvermögen das Thema Traurigkeit vermitteln. Die Traurigkeit besucht ein Kind, in Form eines großen blaugrünen Etwas. Das sieht gar nicht beängstigend aus, vielmehr wie ein kuscheliger Freund - ein sehr trauriger kuscheliger Freund. Die Gefühle, die entstehen, wenn diese Traurigkeit vor der Tür steht, werden durch die Illustrationen und durch einen freundlichen und respektvollen Text sichtbar gemacht. Der Ton ist einfach und wertschätzend. Im Grunde geht es darum, die Traurigkeit anzunehmen, zu verstehen und kleine Tipps mitzunehmen, damit umzugehen. Vielleicht bleibt die Traurigkeit, vielleicht ist sie nach einer Weile auch wieder verschwunden.

Mittwoch, 20. Februar 2019

[Kinderbuch] "Ein Affe an der Angel: Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt" von Jonny Bauer

Safari in die Fantasie!
Ob bei Regenwetter im Kinderzimmer oder bei Stau auf der neuen Autobahn, Darko ist Meister darin, überall Abenteuer zu finden. Darüber hinaus ist er ein begeisterter Tierforscher. Auf seinen fantasievollen Reisen findet er tierisch gute Freunde, mit denen er viel Spaß hat und von denen er so einiges lernt! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Vorlesegeschichten mit vielen Bilder sollten bei Kindern zum Pflichtprogramm gehören. Wenn sich Text und Bilder gut ergänzen, profitieren Kinder und Vorlesende, erleben die Geschichte sehr anschaulich. Im Fall von "Ein Affe an der Angel" trifft nicht nur das zu, die Geschichten sind auch noch so fantasievoll, dass das Lesen zu einem echten Highlight wird.

Darko, ich schätzte, er ist etwa 6 Jahre alt, ist ein Tierforscher, ein Fachmann für große Abenteuer. Gerade bereitet er in seinem Zimmer, oben in einem Hochhaus, einen neue Forschungsreise vor. Dafür hat er schon allerhand wichtige (teils kuriose) Dinge gepackt. Dass es draußen in Strömen regnet, stört Darko nicht, denn er möchte gerne Regenwürmer fangen und an seiner Forscherhütte auf dem Spielplatz weiterbauen. Leider macht ihm seinen Mama einen Strich durch die Rechnung. Weil es so stark schüttet, muss Darko in seinem Zimmer bleiben. Das ärgert ihn so sehr, dass er sein Tierforschungsbuch aus dem achten Stock wirft und die Regenwürmer durchs Fenster fangen will. Doch plötzlich klettern allerhand Tiere in Darkos Zimmer. Gemeinsam schmieden sie einen Plan und sagen der Langeweile den Kampf an.

[Bilderbuch] "Mama" von Hélène Delforge

Mama.
Ein Name, getragen von Milliarden von Frauen, zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten dieser Erde. 
Ein Wort, das Liebe ausdrückt, Zärtlichkeit, Verbundenheit, manchmal Warten, Abwesenheit.
Doch wenn sie ihr Kind im Arm halten, sind alle Mamas gleich. Nämlich einzigartig. (Text- und Coverrechte: arsEdition)


"Mama" ist für mich ein Bilderbuch für Erwachsene (von dem auch Kinder stark fasziniert sein können). Es ist ein Buch für Mütter und Töchter. Schon nach wenigen Seiten erlebt man den Zauber der Texte, in Verbindung mit den einzigartigen Bildern. Das Buch hat etwas so Liebevolles und Warmherziges, dass es sofort mein Herz berührte.

Die Aufmachung des Buches ist fast immer gleich. Die Seiten bestehen aus einem Text/Gedicht und dem passenden Bild dazu. Eine kleine, ergänzenden Zeichnung ist auch noch oft dabei. Das ist so herrlich divers, so vielfältig und anschaulich, dass man das Bilderbuch völlig fasziniert und versunken betrachtet.
In den Texten geht es um pures Gefühl. Um Liebe, aber auch Ängste. Um den Alltag und um Träume. Man findet in den Texten nicht nur Lebensweisheiten, sondern auch Erkenntnis und Verständnis. Die Bilder von Quentin Gréban sind sehr innig und ausdrucksstark. Sie verstärken die Wirkung der Texte nochmals um ein Vielfaches.

Montag, 11. Februar 2019

[Bilderbuch] "Roberta & Henry" von Jory John

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig ... Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Vor einiger Zeit haben wir von den Autoren, bzw. Illustratoren Jory John und Lane Smith "Paule Pinguin allein am Pol" (vor)gelesen. Das Bilderbuch begeistert uns mit seiner schrullig-liebenswerten Art noch heute und wird immer wieder hervorgeholt. "Roberta & Henry" ist das neueste Bilderbuch von Jory John und Lane Smith und hatte, wegen guter Erinnerungen, sofort unsere Aufmerksamkeit. Und es kann sein, dass die Kinder und ich uns ein bisschen (dolle) in Giraffe Roberta und Schildkröte Henry verliebt haben. Es geht um eine Freundschaft, die sehr individuell ist, und die Erkenntnis, dass Stärken und Schwächen zu jeder Persönlichkeit gehören.

Glücklich ist Giraffe Roberta nicht wirklich. Man kann sie sogar unglücklich nennen. Ihr Hals ist ihr einfach zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu scheckig, zu streckig, ... einfach bekloppt. Sie wird ständig von allen angestarrt. Zwar versucht sie ihren Hals mit Schals, Krawatten und Fliegen aufzuhübschen, aber zufrieden macht sie das nicht. Roberta hat es auch schon mit verstecken probiert. Leider klappt auch das bei ihrer Größe mehr schlecht als recht.
Als Roberta eines Tages völlig verzweifelt ist, trifft sie auf Schildkröte Henry. Henrys Hals ist ganz nach Robertas Geschmack, weil er so schön kurz ist. Doch auch Henry hat Sorgen und Probleme (die Roberta vielleicht lösen kann). Gemeinsam erleben die beiden, dass sie sich ganz wunderbar ergänzen.

Mittwoch, 6. Februar 2019

[Kinderbuch] "Twyns: Die magischen Zwillinge" von Michael Peinkofer

Wynn lebt in der sagenhaften Anderwelt, wo sie als Prinzessin aufwächst und tagein, tagaus von Bediensteten umsorgt wird. Wie langweilig! Doch dann katapultiert ein magischer Elfenstein sie in die Menschenwelt - mitten hinein in das Leben der zwölfjährigen Anny. Verblüfft stellen die beiden Mädchen fest, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen! Kurzerhand beschließen sie, die Rollen zu tauschen. Doch das Spiel geht nicht lange gut - denn eine böse Macht aus der Anderwelt hat es auf die beiden abgesehen ... (Text- und Coverrechte: Ravensburger Buchverlag)


Bücher mit Zwillingen üben auf Kinder schon immer einen ganz besonderen Reiz aus. Das zeigen Klassiker wie "Hanni und Nanni" oder "Das doppelte Lottchen". Und genau so fühlt sich "Twyns: Die magischen Zwillinge" beim Lesen des Klappentextes an ... nur mit Fantasy. Die Abenteuer der zwölfjährigen Mädchen Anny und Wynn in der Menschen- und Anderwelt machen sofort neugierig.

Die Handlung ist schnell umrissen. Anny wächst mit ihrem Vater in der Menschenwelt auf, Wynn mit ihrer Mutter in der Anderwelt. Wie es dazu kam, erfuhr ich in einem spannenden Prolog, der genaue Grund wird später aufgelöst. Die Mädchen wissen nichts voneinander, geschweige denn von einer Zwillingsschwester. Durch einen Zufall lernen sich Wynn und Anny kennen und tauschen die Rollen. Sie wissen zuerst nicht, dass sie sich in große Gefahr begeben. Denn die Familie darf nicht vereint sein, um dem Bösen aus der Anderwelt nicht in die Hände zu fallen.

Dienstag, 29. Januar 2019

[Bilderbuch] "Saumüde!" von Katja Reider

Ferkel ist nicht müde. Ganz im Gegenteil zu seiner Mama. Keuchend trabt sie hinter ihm her, während er ins Hühnerhaus prescht, schwungvoll über die Schafe hopst oder übermütig den Hang hinunterkullert - und träumt davon, endlich ihre Ruhe zu haben. Doch als Ferkel plötzlich auf den Wilden Willi trifft, ist sie mit einem Mal hellwach ... Ein Bilderbuch für alle Kinder, die (noch) nicht schlafen wollen - und ihre "saumüden" Eltern. (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Kinder gehen selten gerne ins Bett. Warum auch? Spiel und Erlebnisse sind viel wichtiger. Ist es dann aber an der Zeit, kann es ein schönes Ritual sein, ein Bilderbuch vorzulesen. "Saumüde!" ist eine lustige und passende Gutenachtgeschichte, die wir auch gerne am Tag vorlesen. Das Bilderbuch zeigt Kindern, dass sie mit dem Konflikt nicht schlafen zu wollen nicht allein sind, animiert zum Mitmachen und vermittelt Geborgenheit.

Nach einem langen Tag ist Ferkel müde. Das ist nicht ganz richtig, es ist wohl eher Ferkels Mama, die findet, dass Ferkel müde ist und nun ins Bett gehen sollte. "Nö! Kein bisschen!", ruft Ferkel und zeigt seiner Mama mal eben wie ein Handstand geht. Und egal welches Argument Mama vorbringt, Ferkel hat keine Lust ins Bett zu gehen. Doch als Ferkel unachtsam wird und dem Wilden Willy im Kuhstall zu nahe kommt, ist Mama zur Stelle. Nach diesem Abenteuer sind beide dann wirklich saumüde.