Samstag, 4. Juni 2016

[Kinderbuch] "Pfeffer, Minze und die Schule" von Irmgard Kramer

Ich bin Pfeffer - also eigentlich Nino, aber so nennt mich nur meine Mama. In ein paar Tagen komme ich in die Schule und das ist ganz schön aufregend. Deshalb haben Olli, Paula und ich beschlossen, dass wir so viel wie möglich über die Schule und unsere neue Lehrerin herausfinden wollen, damit wir vorbereitet sind. Unsere Lehrerin heißt Lina Kaminzki, aber das ist uns zu schwer, wir nennen sie nur Minze. Also haben wir sie ein bisschen ausspioniert und ganz schön wichtige Dinge gelernt, von denen ich euch jetzt einfach erzähle ... (Text-, Cover- und Zitatrechte: Loewe Verlag)


Kinderbücher über die Einschulung, bzw. den ersten Schultag, stehen bei uns gerade hoch im Kurs. Schließlich steht dieser wichtige Lebensabschnitt bei einem der Kinder kurz bevor. Autorin Irmgard Kramer war selbst neunzehn Jahre lang Grundschullehrerin. Das merkt man, denn "Pfeffer, Minze und die Schule" ist direkt am Leben orientiert und humorvoll-einfühlsam zugleich.

"Was jetzt?", fragte Olli.
"Tarnen und beobachten", antwortete Pfeffer.
Das war Pfeffers Plan. Die Schule erforschen. Und vor allem ihre neue Lehrerin. Damit die dicke Falte auf Mamas Stirn verschwand. Und die Angst auch.
- S. 26

In diesem ersten Band lernen die jungen Zuhörer Nino kennen, der von allen Pfeffer genannt wird. Er trifft auf Lina Kaminzki - Minze - seine neue Lehrerin und verliebt sich ein bisschen in sie. Minze ist einfach klasse, und lässt Pfeffers Angst vor der Schule sofort kleiner werden. Doch dann erfährt Pfeffer, dass auch Minze Angst vor der Schule hat. Sie unterrichtet nämlich im ersten Jahr, das macht ihr große Sorgen. Gemeinsam mit seinen Freunden schmiedet Pfeffer einen Plan, um Minze die Angst vor dem ersten Schultag zu nehmen.
Mit dem Aufbau dieser Geschichte liefert das Kinderbuch eine wertvolle Grundaussage. Nicht nur Kinder haben Ängste, auch Erwachsene sind nicht angstfrei und nicht jeder Situation automatisch gewachsen. Das macht Kindern Mut, denn Angst zu haben ist völlig normal.

Zudem hat "Pfeffer, Minze und die Schule" alles, was das Vorlesen und Zuhören zum Vergnügen macht. Die Geschichte ist spannend, irre lustig (die Kinder und ich haben vor Vergnügen gequietscht) und einfühlsam-cool erzählt. Dazu ist sie sehr nahe am Alltag gehalten, die Wohnsituation der Freunde, ihre Hobbys und Vorlieben - das alles ist Kindern sofort bekannt und macht die Geschichte realistisch. Die vielen farbigen Illustrationen sind spitze und so passend platziert, dass Kinder während des Zuhörens, oder dem ersten Selberlesen, die Geschichte auch visuell verfolgen können.

Damaris liest ...
am liebsten Bücher vor, die nahe am Alltag gehalten sind. Wenn die Kinder daraus noch etwas für ihr Selbstbewusstsein mitnehmen können, umso besser. "Pfeffer, Minze und die Schule" ist ein sehr herzliches und lebensnahes Kinderbuch. Ganz nebenbei zeigt es auf, dass es absolut normal ist, vor neuen Situationen Angst zu haben, egal ob man ein Kind oder ein Erwachsener ist. Dazu haben wir oft laut gelacht, denn die Geschichte ist ganz schön cool.

mini 1 - Der Schelm (8) ist ...
zwar schon eine Weile in der Schule, beim Zuhören hatte er trotzdem Spaß. Das Buch ist so spannend, dass er schon alleine darin gelesen hat.

mini 2 - Die Träumerin (6) kommt ...
dieses Jahr in die Schule und verschlingt alles, was mit dem Thema Einschulung zu tun hat. Ein bisschen Angst hat sie nämlich schon. "Pfeffer, Minze und die Schule" ist das ideale Buch für sie. Eine Lehrerin wie die Minze hätte sie auch gerne in der 1. Klasse.


Loewe Verlag 2016 - Band 1 - Hardcover, 112 Seiten - 9,95 € [D] - durchgehend farbig illustriert von Petra Eimer - ab 5 Jahren