Donnerstag, 13. Februar 2020

[Kinderbuch] "Amelie & Antonio: Vorlesegeschichten" von Monika Hülshoff

10 fantasievolle Vorlesegeschichten über eine wunderbare Freundschaft:
Amelies allerbester Freund heißt Antonio und ist ein Nashorn - ein Stoffnashorn! Zusammen erleben Amelie & Antonio einen Alltag voller Abenteuer: Beim Zähneputzen sprudelt ein kleiner Wasserfall im Waschbecken und eine Busfahrt wird zu einer Reise um die ganze Welt! Und wenn Amelie mal traurig ist, oder Anton auf die Nashornnase fällt, dann ist Anton für Amelie da und Amelie für Antonio! (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Ich möchte behaupten, dass fast jedes Kind einen besten Freund aus Stoff oder eine allerliebste Puppe hat, mit denen es den Tag verbringt und die, neben den echten Freunden, einen hohen Stellenwert einnehmen. Bei meiner Tochter (5) ist das so. Sie und ihr Stoffpferd verbringen viel Zeit miteinander und müssen auch überall gemeinsam hingehen. Gerade darum ist die Identifikation mit "Amelie & Antonio", Vorlesegeschichten über ein Mädchen und ihr Stoffnashorn, hoch. Die Geschichten sind einfach so gut nachvollziehbar. Sie zeigen nicht nur die Beziehung und Liebe eines Kindes zu seinem Stofftier, sie geben auch viele Alltagssituationen wieder, die Kindern und ihren Vorlesenden bekannt vorkommen.

Amelie liebt ihren besten Freund Antonio. Er begleitet sie nicht nur beim Schlafen, auch tagsüber ist das Stoffnashorn immer dabei. Ob im Kindergarten, wenn Amelie Besuch bekommt oder irgendwo eingeladen ist. Antonio ist ein guter Zuhörer, er kann sich mit Amelie freuen und sie auch trösten. Er redet mit ihr "wie in echt". Amelie und Antonio halten zusammen und lösen gemeinsam manchen Streit oder schwierige Entscheidung. Es ist gut, dass die beiden einander haben.

Dienstag, 11. Februar 2020

[Bilderbuch] "Richtig gute Freunde" von Miriam Cordes

Strandbär mag Lilou und Lilou mag Strandbär. Eine wunderbare Freundschaft beginnt und kleine und große Abenteuer machen die beiden glücklich. Als der Herbst kommt und Lilou in den Süden ziehen muss, ist Strandbär schrecklich traurig. Aber nach seinem Winterschlaf kommt Lilou zurück. "Echte Freunde kann eben nichts auf der Welt trennen, nicht einmal die halbe Welt."

Eine berührende Freundschaftsgeschichte, die Kindern vermittelt, dass Anderssein sehr besonders ist und Offenheit für gegenseitiges Kennenlernen einen großartigen Blick auf die Welt ermöglicht. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Wow, "Richtig gute Freunde" ist ein richtig großes Bilderbuch! Da macht das Betrachten und Vorlesen gleich doppelt Spaß. Und so schnappte sich die 5-Jährige das Buch auch sofort, als sie es sah. Bei einem ersten Blick ahnt man es vielleicht noch nicht, aber optisch ist dieses Bilderbuch etwas ganz Besonderes. Großformatige Bilder, die gezeichnete Illustrationen und die Darstellung echter Naturmaterialien kombinieren, sehen teilweise wie eine Collage aus. Sie wirken sehr intensiv auf Kinder (und Erwachsene!) und faszinieren sofort. Ich dachte zuerst, die Farben wären vielleicht etwas eintönig, aber das täuschte. "Richtig gute Freunde" hat ein tolles Farbkonzept, das zur poetischen Freundschaftsgeschichte passt. Bunte Highlights setzen Akzente. An diesem Bilderbuch freuen sich Auge und Herz.

Strandbär wohnt am Strand. Darum heißt er auch Strandbär. Er ist ein sehr zufriedener Bär, der alles liebt, was den ganzen Tag geschieht. Nur manchmal, da vermisst er einen Freund. Eines Tages findet er im Schilf Lilou, eine weiße Ente. Lilou ist verletzt, und Strandbär pflegt sie gesund. Die beiden werden die allerbesten Freunde, sie verbringen den ganzen Tag gemeinsam und haben sich sehr lieb. Bis der Herbst kommt, die Zeit, in der Strandbär Winterschlaf hält und Lilou in die Wärme fliegen muss. Das ist sehr traurig, aber selbst die größte Entfernung kann nichts an ihrer Freundschaft ändern. Und dann folgt für Strandbär im Frühling eine große Überraschung ...

Sonntag, 9. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ich mag dich - einfach so!" von Neele und Marta Balmaseda

Der kleine Elefant hat schlechte Laune und tritt nach einem Stein. Aus Versehen trifft der Stein den Flamingo - und schon beginnt ein Schimpfen und Ärgern, das sich immer weiter ausbreitet. Am Fluss, im Gebüsch, in der Savanne: Einfach so! Bis ein kleines Erdmännchen genug davon hat ... und den fauchenden Leoparden einfach umarmt. Dessen Herz wird ganz leicht, und nach und nach merken alle Tiere, wie schön es ist, wenn man nett zueinander ist. Einfach so! (Text- und Coverrechte: Arena Verlag)


Bilderbücher über Gefühle mögen wir gerne. Denn Gefühle sind vielfältig und täglich präsent. Sie gehören zum Leben dazu. Gefühle Kindern bewusst zu machen, finde ich wichtig. Es kann ihnen helfen, sich zu sortieren und Dinge einzuordnen.
Jeder von uns hat mal schlechte Laune - einfach so. Ohne nennenswerten Grund. Das ist auch völlig in Ordnung. Jedoch kann schlechte Laune bei anderen etwas Unangenehmes auslösen, etwas, das wir nicht beabsichtigen. "Ich mag dich - einfach so!" macht diesen Umstand humorvoll ansprechend deutlich. Das Bilderbuch zeigt aber auch einen anderen Weg. Es ist okay, schlechte Laune zu haben. Aber es ist auch okay jemandem zu sagen, dass man ihn mag - einfach so.

Eines Tages hat der kleine Elefant schlechte Laune. Den Grund dafür weiß er wohl selbst nicht, es ist einfach so. Wütend kickt er einen Stein aus dem Weg. Dieser Stein trifft ausgerechnet den Flamingo, der für die schlechte Laune des kleinen Elefanten gar nichts kann. Der Flamingo verdächtigt die Schildkröte, diese verärgert das Nashorn ... und so geht es weiter, die Reaktion des kleinen Elefanten setzt eine Kettenreaktion aus Missgeschicken und Anschuldigungen in Gang. Durchbrochen wird diese Kette vom Erdmännchen, das auf ein Missgeschick des Leoparden ganz anders regiert, als es zu erwarten gewesen wäre - einfach so. Und plötzlich breitet sich ein wunderbare Stimmung unter den Tieren aus.

Mittwoch, 5. Februar 2020

[Bilderbuch] "Ein Strandtag" von Susanna Mattiangeli

Ein Tag am Meer! Zuckersand und Sonnencreme. Oder auch: Eine ganz reizende "Gebrauchsanweisung" aus der Sicht eines Kindes, das so vieles sehen kann, was man nur am Strand sieht und so viel erlebt, was man nur am Strand erleben kann. Ein Szenario aus Badehosen und Bikinis, die große, kleine, dicke und dünne Popos bedecken, hagere und dicke Bäuche, alle Arten von Fortbewegungsmitteln für Sand und Wasser, Kinder, mit denen man Fangen spielen, Burgen bauen oder planschen kann ... und dann gibt es da viele Sonnenschirme und die Möglichkeit, sich zu verlaufen ...
Wer jemals am Strand war, spürt mit jedem Wort wieder den Sand zwischen den Zehen. Wer noch nie am Meer in der Sonne lag, wird es schleunigst nachholen wollen! (Text-, und Coverrechte: Bohem Press)


Kannst du dich noch an deinen letzten Strandbesuch erinnern? Wie es sich anfühlt, den ganzen Tag am Meer zu verbringen? Das Gefühl von Glück, Besonderheit, Geräuschen und Hitze - für mich persönlich sind diese Erinnerungen aus meiner Kindheit sehr präsent, ich verbinde nur Gutes damit. Und ich glaube auch, dass die Gefühle, die der Strand und das Meer mit sich bringen, ein Leben lang erhalten bleiben und Kinder ein stückweit prägen. Das Bilderbuch "Ein Strandtag" animiert dazu, in Erinnerungen zu schwelgen und etwas Neues zu entdecken.

Die Geschichte, die "Ein Strandtag" beinhaltet, ist schnell erzählt: Eine Familie verbringt den ganzen Tag am Strand. Ihr Platz ist durch einen knallroten Sonnenschirm gut zu erkennen und zu merken. Darum geht das kleine Mädchen auch auf Muschelsuche, und um das Loch, das es gebuddelt hat, mit den Muscheln zu schmücken. Was es dabei alles erlebt und wie viel es zu entdecken gibt! Doch irgendwann ist der knallrote Sonnenschirm nicht mehr zu sehen. Für die Kleine jedoch kein Grund zur Sorge, denn am Ende, als sie zurückfindet, ist sie sich sicher: Ich war immer in der Nähe.

Montag, 13. Januar 2020

Loewe Wow! - ein neu definiertes Kinderbuchprogramm für junge Leser*innen


Kinder, die gerne und viel lesen - das ist wohl der Traum, oder die Wunschvorstellung, von Eltern, die selbst Bücher- und Lesefans sind. Mit ihrer Vorbildfunktion tragen sie ein großes Stück zu den Lesegewohnheiten ihrer Kinder bei. Manchmal klappt es, manchmal auch nicht. Der Püppi (5) werden täglich Bilderbücher vorgelesen. Und während bei uns die Träumerin (10) ein Buch nach dem anderen verschlingt, ist dem Schelm (12) das Lesen, so scheint es, etwas mühsam geworden. Obwohl ich für ihn viele Leseanreize bereithalte, werden andere Dinge immer wichtiger. Comic-Romane jedoch, die stehen auch heute noch bei dem Schelm hoch im Kurs.

Die Menschen beim Loewe Verlag haben sich Gedanken gemacht und mit Loewe Wow! ein neues und anderes Kinderbuchprogramm gestartet. Dieses hat eine überarbeitete und optimierte Text-Bild-Gestaltung, um sich so an die Sehgewohnheiten von Kindern anzupassen, die sich vor allem durch moderne Medien stark verändert haben. Verschiedene visuelle Medien, und der Umgang damit, sind für Kinder heute selbstverständlich geworden Doch was ist an diesem Buchprogramm jetzt neu und vor allem anders? Ich dachte zuerst, nicht ganz so viel, denn Comic-Romane gibt es schon lange. Loewe Wow!-Bücher sind jedoch schon auf den ersten Blick für Kinder sehr ansprechend gestaltet. Sie sind nicht allzu dick, kommen modern, cool und niedlich daher. Außerdem hat jedes Buch einen farbigen Buchschnitt, und dieser ist tatsächlich ein Wow-Effekt, bei dem Kinder das Buch in die Hand nehmen wollen. Im Inneren ist ein altersgerechter Text mit seitenfüllenden Bildern oder Illustrationen im Comic-Stil kombiniert.

Meiner Meinung nach deckt Loewe Wow! gleich zwei wichtige Punkte ab, die die Lesegewohnheiten von Kinder beeinflussen können. Erstens können die Bücher für kleine Lesemuffel durch Gestaltung und Inhalt einen Anreiz bieten. Dass lesen Spaß macht, kann hier mit allen Sinnen erfahren oder (wieder)entdeckt werden. Zweitens ist diese Form der Kinderbücher ein toller Zwischendurchspaß, für Kinder, die bereits viel und ausgiebig lesen. Eine Abwechslung zu Nur-Text-Büchern, eine kurzweilige und visuell ansprechende Unterhaltung und damit eine Ergänzung zu Kinderromanen.