Sonntag, 19. September 2021

[Bilderbuch] "Valentins Wunderbaum" von Anna Schindler & Katrin Dageför

Valentin träumt.
Er erwacht und der Traum ist noch da. Was geschieht, wenn er ihn einfängt und einpflanzt? Aus der kleinen Traumbohne wächst ein riesengroßer Baum, in dem sich ein Aufzug befindet.
Valentin steigt ein.
Was er im Wunderbaum alles erlebt, davon erzählt diese Geschichte. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Als ich einen ersten Blick auf "Valentins Wunderbaum" warf, die ansprechende Covergestaltung auf mich wirken ließ, und die Beschreibung dazu las, hat es mich sofort vereinnahmt. Bilderbücher mit Traumgeschichten finde ich super. Sie regen die Fantasie an, entfliehen der Realität, und es ist einfach spannend zu sehen, was Kinder hier erleben. Und genau so sah es auch wohl unsere 6-Jährige. Beim Vorlesen war es mucksmäuschenstill, denn was Valentin in der Geschichte erlebt ist faszinierend und hat es ganz schön in sich. Dazu gleich mehr ...

Valentin träumt, und als er aufwacht, gelingt es ihm tatsächlich, den Traum einzufangen. Der sieht aus wie eine kleine Bohne, die Valentin auch sogleich einpflanzt. Aus der Bohne wächst ein Baum, ein Traum- oder Wunderbaum mit einem Aufzug. Valentin wagt es, er steigt ein, begleitet von seinen drei liebsten Kuschelfreunden (die ihm bei jedem Abenteuer zur Seite stehen). Der Aufzug bringt Valentin in verschiedene Stockwerke des Wunderbaums. Jedes hält eine Überraschung, ein Abenteuer oder einen weisen Ratschlag für ihn bereit. Aber eines ist sicher, Valentin wird seine Erlebnisse im Wunderbaum für immer bei sich tragen, genau wie das Säckchen Traumbohnen, das er am Ende in der Hosentasche findet.

Sonntag, 12. September 2021

[Bilderbuch] "Bär und das Murmeln im Wind" von Marianne Dubuc

Bär hatte ein schönes Haus. Er hatte gute Freunde und ein schönes Leben. Das war früher. Bevor das Murmeln im Wind alles veränderte. Es sagt ihm, dass er fort muss. Dass es Zeit ist aufzubrechen und etwas Neues auszuprobieren. Aber wohin wird der Wind ihn tragen? (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Ein geruhsames Leben macht glücklich. Ein Leben mit Altbekanntem, mit Ritualen und in vertrautem Umfeld. Doch manchmal meldet sich eine leise Stimme in einem, die sich Veränderung wünscht, die dazu ermutigt, neue Wege zu gehen und Vertrautes hinter sich zu lassen. Genau so ergeht es dem Bären in "Bär und das Murmeln im Wind". Selten haben wir ein Bilderbuch (vor)gelesen, dass dieses Thema so anschaulich und feinfühlig aufgreift. Und dazu die poetische Note, die ruhige Anmutung. Einfach toll!

Bär hat ein hübsches Haus. Er hat sogar einen Lieblingssessel, liebt Erdbeerkuchen und ist gerne mit seinen Freunden zusammen. Er fühlt sich wohl mit seinem Leben. Doch plötzlich vernimmt Bär dieses Murmeln im Wind, das ihn fortzieht von seinem Zuhause, fort vom Lieblingssessel und dem Erdbeerkuchen, der nun nicht mehr so lecker schmeckt. Da packt Bär seine Sachen zusammen und läuft einfach los, immer der Nase nach und diesem Murmeln, das ihn leitet. Er fühlt sich gut und frei, findet neue Freunde und Aufgaben. Doch manchmal ist Bär auch einsam, vermisst sein altes Leben. Bis er eine neuen Platz im Leben findet und kein Murmeln im Wind mehr hört.

Montag, 30. August 2021

[Bilderbuch] "Bär und Ente" von May Angeli

Ein furchtbarer Krach reißt den alten Bären aus seinem Winterschlaf. Brummelnd kriecht er aus seiner Höhle und entdeckt eine verletzte Ente. Er nimmt sie auf und kümmert sich liebevoll um sie. Aus dieser zufälligen Begegnung entsteht eine tiefe Verbindung. Doch eines Tages ist die Ente wieder gesund und fliegt davon - und der Bär bleibt allein zurück. Wird diese ungleiche Freundschaft die Zeit und Entfernung überdauern? (Text- und Coverrechte: Magellan Verlag)


Das Bilderbuch "Bär und Ente" von May Angeli stach mir sofort ins Auge, weil es auf den ersten Blick so schön "altmodisch" wirkt. Und das wird von mir komplett positiv assoziiert, denn damit hat es etwas Zeitloses, etwas Beständiges, etwas, das schon immer gut war. Auf Anhieb fallen mir drei Bilderbücher in unserem Regal ein, in denen es um eine Freundschaft zwischen einer Ente und einem Bären geht. Das funktioniert auch hier wunderbar. "Bär und Ente" ist schön und besonders. Die ruhig anmutende Geschichte hat Klasse. Und durch Optik und Sprache hebt sich das Bilderbuch eindeutig hervor. Für uns schon jetzt ein zeitloser Klassiker.

Als der Winter zu Ende geht, möchte die Ente auffliegen. Doch beim Losflattern bleibt sie mit den Füßen in einer Brombeerranke hängen. Sie landet in einem dichten Gestrüpp, aus dem sie sich selbst nicht befreien kann. Von dem Krach wird der Bär aus seinem Winterschlaf geweckt, er kriecht aus seiner Höhle um nachzusehen. Die Ente hat Angst vom Bären gefressen zu werden, doch der ist alt und hat daran kein Interesse. Er nimmt sich der Ente an, obwohl das für ihn einiges an Arbeit bedeutet. Die beiden werden Freunde. Als die Ente wieder ganz gesund ist, fliegt sie davon, verspricht aber, bald wiederzukommen. Der Bär vermisst die Ente und hält ein weiteres Mal Winterschlaf. Bis dann im Frühling eine Überraschung auf ihn wartet.

Samstag, 28. August 2021

[Bilderbuch] "Du, Papa ... Ist zehn viel?" von Sabine Bohlmann

"Ist zehn viel?" fragte der kleine Wolf seinen Papa.
"Kommt ganz drauf an", meinte daraufhin Papawolf. "Wollen zehn Ameisen eine Banane tragen, dann ist zehn wenig. Aber wenn zehn Affen eine Banane tragen, ist zehn ganz schön viel."
Viele Fragen weiter hat der kleine neugierige Wolf ganz schön viel von Papawolf gelernt. Bei vielen Fragen kommt es auf die Umstände an, die die Dinge ganz unterschiedlich beeinflussen und verändern können. Aber eine Sache verändert sich nie und da kommt es auf gar nichts drauf an: wie lieb Papawolf seinen kleinen Wolf hat! (Text- und Coverrechte: arsEdition)


Es ist nicht ungewöhnlich (oder sollte es zumindest nicht sein), mit den eigenen Kindern Zeit zu verbringen. Denn das bringt schon der Alltag mit sich. Sich zusätzlich jedoch ganz bewusst Zeit zu nehmen, da zu sein, Fragen zu beantworten, etwas zu unternehmen, ... das ist immer wertvoll. Kinder orientieren sich an den Eltern, wollen Antworten, sehen sie als Vorbilder und sicheren Hafen. Im Bilderbuch "Du, Papa ... Ist zehn viel?" wird das auf sehr warmherzige und humorvoll-informative Art und Weise thematisiert.

Als der kleine Wolf mit seinem Papa im Wald spazieren geht, stellt er sich viele Fragen. Zum Beispiel, ob zehn viel ist, ob er schon groß ist, ob er schnell oder flauschig ist. Der Wolfspapa hat auf jede Frage eine Antwort, und der kleine Wolf lernt, dass man keine davon mit Ja oder Nein beantworten kann. Es kommt nämlich darauf an ... Zehn kann viel oder wenig sein, Größe ist immer relativ. Anhand von Beispielen erklärt das der Wolfspapa auch sehr lustig und so, dass es der kleine Wolf versteht. Es gibt nur eine Sache, bei der es nicht auf die Umstände oder die Sicht der Dinge ankommt. Egal wie das Leben ist, der kleine Wolf und sein Papa werden sich immer lieb haben.