Mittwoch, 16. Oktober 2019

[Kinderbuch] "Hotel der Magier" von Nicki Thornton

Gemüse schnippeln, Törtchen aus dem Ofen holen, Gelee umrühren. Küchenjunge Seth hat alle Hände voll zu tun. Denn im abgelegenen Hotel Zur letzten Chance werden besondere Gäste erwartet. Mit ganz speziellen Wünschen und kleinen Geheimnissen. Seth muss sich richtig ins Zeug legen, damit das Willkommensdinner kein Reinfall wird. Doch dann geschieht etwas Schreckliches: Der nette Dr. Thallomius stirbt. Vergiftet durch die Nachspeise - und die hat Seth zubereitet. Auch wenn ihn alle für schuldig halten, Seth hat mit diesem fiesen Mord nichts zu tun. Also muss er selbst ermitteln und mehr über dieses seltsame Treffen der Magier herausfinden. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carlsen Verlag)


Ein magischer Krimi! Na, das hörte sich doch sofort super an und machte mich neugierig auf "Hotel der Magier". Bei Kinderbüchern ist es immer eine gute Idee, Spannung und Fantasy zu verbinden. Ein abgelegenes Hotel, ein geheimnisvolles Magier-Treffen und ein Mordfall, das sind beste Voraussetzungen für einen unterhaltsamen und kniffeligen Kinderkrimi. Und mysteriös wurde es tatsächlich, manchmal sogar recht lustig. Allerdings auch etwas überladen und verwirrend. Das Buch ist anspruchsvoll für junge Leser*innen und nicht das einfache oder lockere Leseerlebnis, das ich zu Beginn erwartete.

"Mich braucht ihr nicht anzuschauen. Ich war es nicht. Wenn irgendjemand hier Gift reingetan hat, dann war es Seth!", erklärte Tiffany mit fester Stimme.
Wütend kam Fischadler auf Seth zu.
Bevor er wusste, wie ihm geschah, wurde er gepackt, aus dem Speisesaal geschleift und in Richtung Besenkammer gestoßen. Dann landete er in der Dunkelheit, und die Tür wurde verriegelt.
- S. 59

Seth hat keine Familie mehr. Schon immer lebt er im abgelegenen Hotel Zur letzten Chance, arbeitet dort als Küchenjunge und als Tellerwäscher. Glücklich ist er nicht, denn die Besitzer des Hotels sind unfreundlich, und Seth wird den ganzen Tag gepiesackt. Als geheimnisvolle Gäste im Hotel ankommen, legt Seth sich richtig ins Zeug, um endlich seinem Traum näherzukommen. Er möchte ein großartiger Koch werden. Ab jetzt soll sich alles für ihn ändern. Seth kreiert ein perfektes Dessert, extra zubereitet für den sympathischen Gast Dr. Thallomius. Doch dieser stirbt nach dem Genuss der Nachspeise. Alle halten Seth für schuldig. Doch auch die magischen Gäste scheinen etwas zu verbergen. Seth beginnt zu ermitteln, auch, um seine Unschuld zu beweisen.

Donnerstag, 10. Oktober 2019

[Bilderbuch] "Es war einmal ein magisches Buch" von Lily Murray

Ein fantastisches Such-und-Finde-Abenteuer durch dreizehn magische Welten erwartet uns in diesem Buch! In einem alten Spielzeugladen finden Sophie und Jakob ein staubiges Buch mit einem leuchtenden Schlüssel. Sie drehen den Schlüssel und WHOOSH! Die beiden finden sich im Buch wieder, mitten in einem wunderen, fantastischen Abenteuer. Es gibt nur ein Problem - wie kommen Jakob und Sophie wieder aus dem Buch heraus? Die zwei brauchen Hilfe ... Wir folgen ihnen auf ihrer Reise, erleben Abenteuer auf der Pirateninsel, entdecken das Land der Süssigkeiten und reisen auf einem fliegenden Teppich. Auf jeder Doppelseite gibt es eine neue Welt zu entdecken und ein Rätsel, das gelöst werden muss damit Sophie und Jakob aus dem Buch entkommen. (Text- und Coverrechte: Orell Füssli Kinderbuch)


"Es war einmal ein magisches Buch" ist ein Rätsel- und Suchspielbuch, eingebettet in eine moderne Märchengeschichte. Das klingt doch schon mal super, denn wer liebt sie nicht, die Bücher, in denen man gewisse Dinge suchen muss, um weiterzukommen? Unsere jüngste Tochter ist 4 Jahre alt, passt also genau in die empfohlene Zielgruppe. Trotzdem fragte ich mich beim ersten Durchblättern, ob das Bilderbuch vielleicht noch etwas zu anspruchsvoll für sie ist. Einfach ist es nämlich nicht, manchmal sogar recht verzwickt. Doch weit gefehlt; unsere Tochter liebt "Es war einmal ein magisches Buch". Sie kann völlig darin versinken, alleine oder beim gemeinsamen Lesen. Zur Zeit vergeht kein Tag, an dem sie es nicht vorgelesen haben möchte.

Es geht darum, dass die beiden Kinder Jakob und Sofie in einem geheimnisvollen Spielzeugladen ein blaues Buch und den dazu passenden goldenen Schlüssel finden. Als sie den Schlüssel drehen, finden sie sich mitten im Buch wieder und erleben auf jeder Doppelseite ein neues, märchenhaftes Abenteuer. Um im Buch vorwärts zu kommen, müssen sie Rätsel lösen, Dinge finden und durch eine magische rote Tür in die jeweils nächste Buchwelt gelangen. Doch Vorsicht, Jakob und Sofie werden von einer Hexe verfolgt. Diese will unbedingt verhindern, dass die Kinder wieder in die wirkliche Welt gelangen.

Montag, 30. September 2019

[Bilderbuch] "Reise in den Schlummerdschungel" von Juan Muñoz-Tébar

Wenn Elisa nicht schlafen kann, nimmt sie ihre Laterne und geht in die Nacht hinaus. Sie hat keine Angst im Dunkeln. Auf der Schwelle zwischen Schlafen und Wachen, zwischen Fantasie und Wirklichkeit streift sie durch den Schlummerdschungel.

Elisa trifft auf den Ameisenbären Estebaldo. Auch er kann nicht schlafen, und gemeinsam erkunden sie eine wundersame Welt voller verschlungener Pflanzen. Immer wieder stoßen sie auf Tiere - in Höhlen, Bäumen und im See. Schlafen sie oder sind sie noch wach? (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Das Einschlafen ist für viele Kinder ja so eine Sache. Die einen tun sich damit leicht und gehen gerne ins Bett. Die anderen haben etwas mehr Mühe. Vielleicht spielen Ängste eine Rolle, vielleicht kreisen die Gedanken zu sehr. Elia, aus "Reise in den Schlummerdschungel", geht es ähnlich. Wenn sie nicht einschlafen kann, wird sie aktiv, begibt sich auf eine Fantasie-Reise in ihren persönlichen Dschungel ... und das hilft ihr am Ende tatsächlich. Nach all ihren Erlebnissen kehrt sie zurück in ihr Bett, um gelassen einzuschlafen.

Wahrscheinlich kann Elisa oft nicht einschlafen, denn es hat den Anschein, als wäre ihr nächtlicher Ausflug in den Schlummerdschungel ihr ganz eigenes Ritual. Elisa steigt aus dem Fenster und befindet sich sofort im Schlummerdschungel. Dunkel ist es hier und ruhig. Doch Elisa hat keine Angst. Mit einer Lampe sucht sie nach allem, was die Nacht versteckt. Und das Beste ist, dass sie sich im Schlummerdschungel mit ihrem Freund Estebaldo trifft, einem Ameisenbären. Die beiden gehen gemeinsam auf Entdeckungsreise oder sie schauen sich die Sterne an, bis sie müde werden. Danach verabschieden sie sich mit einem "Gute Nacht, bis bald wieder".

Donnerstag, 19. September 2019

[Bilderbuch] "Wolkenbrot" von Baek Hee Na

"Wir ahnten, dass heute etwas ganz Besonderes passieren würde."

Ein Regentag, eine eingesammelte Wolke, zwei Geschwister und die Gewissheit, dass manchmal in Dingen mehr steckt, als man denkt. (Text- und Coverrechte: Mixtvision Verlag)


"Wolkenbrot" ist eine Bilderbuchneuauflage. Das Buch gab es also schon mal, und Autorin und Illustratorin Baek Hee Na wurde dafür sogar ausgezeichnet. Ich kannte es jedoch noch nicht, bin darum sehr glücklich, dass wir als Familie die Chance bekamen, diese Geschichte kennenzulernen. Wir hätten definitiv etwas verpasst. "Wolkenbrot" hat uns komplett fasziniert. Das Bilderbuch begeistert mit einer wolkenleichten und zugleich poetischen Geschichte, die Kinder in Staunen versetzt.

Als das Katzenkind morgens aufwacht, regnet es. Kein Grund im Haus zu bleiben. Das Katzenkind und seine kleine Schwester machen sich auf den Weg nach draußen, um zu spielen. Da entdecken die beiden eine kleine Wolke, die sich in den Ästen eines Baumes verfangen hat. Schnell bringen die Geschwister die Wolke zu ihrer Mutter, die sie in einen Teig einarbeitet und Brötchen daraus backt - Wolkenbrötchen. Als die Familie davon isst, beginnt sie zu schweben, so leicht wie eine Wolke. Die Geschwister schweben zum Fenster hinaus, über die Stadt. Sie möchten ihren Papa, der auf dem Weg ins Büro ist, und ohne Frühstück aus dem Haus musste, mit einem Wolkenbrötchen überraschen.

Freitag, 13. September 2019

[Bilderbuch] "ANNIE und die Bärenjäger" von Lotte Bräuning

Die Belohnung winkt, die Bärenjagd lockt. Doch erst müssen Jack, Freddy und Slim noch in den Saloon. Sie diskutieren, wie sie den Bär fesseln oder ob sie ihn in eine Falle locken sollen. Sie stellen sich vor, wie sie ihn fangen, und malen sich aus, was sie mir der Fangprämie machen.

Es geht hoch zu und her am Tisch, und Annie schleppt Getränke an. Aber dann verschwindet sie kurz ...

... und als die drei Kerle gegen Morgen endlich aus der Kneipe wanken, kommt Annie daher - mit dem erlegten Bären. (Text- und Coverrechte: Atlantis)


Viele Bilderbücher entsprechen gesellschaftlichen Konventionen oder verfolgen einen bestimmten Zweck. Sei es Erziehung, Moral, Humor oder Hilfe. Das ist auch völlig in Ordnung und beinhaltet Anspruch und Hilfe gleichermaßen. Und dann gibt es Bilderbücher wie "ANNIE und die Bärenjäger", die sich etwas mehr herausnehmen, die Spaß machen, aber auch polarisieren. Und diese Geschichte ist eine sehr besondere. Vergessen werden wir sie bestimmt nicht mehr.

Annie arbeitet als Schankmädchen (sagt man das heute noch so?) in einem Saloon. Rau geht es hier zu und laut. Dies ist nämlich eine echte Western-Geschichte ... und darum gibt es auch den lustigen Hinweis im Buch, dass nicht jedes Detail auf die heutige Zeit passt (man es darum auch nicht allzu ernst nehmen soll), anderes hingegen auch heute noch sehr aktuell ist. In besagtem Saloon unterhalten sich drei Cowboys, die unbedingt einen Bären fangen wollen. Sie haben viele Ideen, trinken aber immer mehr Whiskey und werden sich darum auch weniger einig. Und während die Cowboys große Töne spucken und viel zu viel reden, legt Annie einfach los.