Dienstag, 14. August 2018

[Bilderbuch] "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" von Oliver Jeffers

Wie erkläre ich einem Kind die Welt in ihrer ganzen Vielfalt? Dass es Berge und Seen gibt, aber auch Wüste? Dass kein Mensch wie der andere ist, und dass wir doch alle die gleichen Bedürfnisse haben.
Oliver Jeffers macht seinem Sohn mit wenigen, präzis gewählten Worten und eindrücklichen Bildern die Welt begreifbar. Denn letztlich ist unser Fortbestehen in unserer Verantwortung.
"Achte gut auf die Erde, denn es ist die einzige, die wir haben." (Text-, Zitat- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Oliver Jeffers kennen wir bereits vom tollen Bilderbuch "Der Streik der Farben", bei dem er als Illustrator tätig war. Sein neuestes Buch "Hier sind wir: Anleitung zum Leben auf der Erde" entsprang komplett seiner Feder. Er hat es für seinen Sohn geschrieben und gezeichnet, als dieser noch ein kleines Baby war. Der Autor erzählt das in einem Vorwort und hat mich damit sehr berührt. Besonders als mir bewusst wurde, welch einen Bilderbuchschatz, voller Freundlichkeit, Humor und liebevoller Weitsicht, er damit geschaffen hat.

Das Bilderbuch startet mit einen Sternenkarte und dem Hinweis, dass der Polarstern nach Norden zeigt (nützlich, wenn man sich verirrt hat und den Weg zurück finden muss) und wie er zu finden ist. Eine ebensolche Anleitung gibt es am Ende, dann mit der Himmelsrichtung Süden. Ob man das wirklich fürs Leben braucht, ist natürlich nicht sicher. Aber der Anfang und das Ende des Buches vermitteln so den Eindruck einer warmherzigen Umarmung.

[Kinderbuch] "Collins geheimer Channel: Wie ich endlich cool wurde" von Sabine Zett

Vom Underdog zum YouTube-Star!

Für Collin ist es unbegreiflich, dass er nicht schon längst der beliebteste Typ der Schule ist. Er sieht ziemlich gut aus, hat coole Freunde und ist alles andere als ein Streber. Sein Plan: Ein eigener YouTube-Channel soll ihn über Nacht zum Star machen! (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Comicromane erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch unsere großen Kinder (9 und 11) habe sie für sich entdeckt. Das ist aber auch kein Wunder, denn diese Art Bücher sprechen mit den vielen comicartigen Illustrationen und dem besonders gestalteten (wenigen) Text fast jede Lesevorliebe an. Kinder, die gerne lesen, genießen Comicomane für zwischendurch. Und kleine Lesemuffel werden dadurch eventuell motiviert. Sie sind also vorteilhaft in jeder Hinsicht. "Collins geheimer Channel: Wie ich endlich cool wurde" ist der erste Band der neuen Kinderbuchreihe ... und spricht genau die Themen an, die junge Leser, die Zielgruppe sind hier eindeutig Jungs, interessieren.

Collin und sein bester Freund Jo-Jo sind nicht unbeliebt und gewiss nicht uncool. Sie kommen klar, wie Jo-Jo so schön bemerkt. Aber das ist Collin zu wenig. Als er erfährt wie einflussreich die YouTuberin Miss Cherry Sunglasses ist, und wie gut sie bei seinen Klassenkameradinnen ankommt, möchte er ebenfalls zum YouTube-Star werden. Nicht ohne Hintergedanken natürlich. Und so startet Collin seinen eigenen CMC, den Chill-Mal-Channel. Doch zuerst läuft es gar nicht nach Plan. Zum Glück hat Collin seinen Freund Jo-Jo an seiner Seite.

Sonntag, 5. August 2018

[Bilderbuch] "Ida und der fliegende Wal" von Rebecca Gugger und Simon Röthlisberger

"Was wohl hinter der Sonne, dem Mond und den Sternen ist?" Diese und viele weitere wichtige Fragen beschäftigen Ida. Da taucht eines Nachts ein fliegender Wal auf, der sie auf eine abenteuerliche Reise mitnimmt. Gemeinsam fliegen sie durch Raum und Zeit. Dabei streifen sie Regionen wie das große Nichts oder das Land, in dem alles verkehrt herum ist. Der weise Wal lenkt, berät und wird für die kleine Ida zu einem echten Freund. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Alleine das Cover ist beeindruckend schön und macht Lust auf die Geschichte. Ida, ein kleines Mädchen, lernt einen fliegenden Wal kennen, dem sie sofort vertraut und der ihr Freund wird. Ein ungleiches Gespann und doch so faszinierend. Und so genügte ein Blick von uns auf "Ida und der fliegende Wal", und wir waren Feuer und Flamme für dieses Bilderbuch. Oder besser, wir wollten mit Ida und ihrem fürsorglichen Freund, dem Wal, auf eine eindrückliche Flugreise gehen.

Ida wohnt in ihrem Baumhaus, mitten in einem kleinen Birkenwäldchen. Ihr gefällt es dort, und trotzdem sitzt sie oft vor ihrer Haustüre, baumelt mit ihren Füßen, und fragt sich, was wohl hinter der Sonne, dem Mond und den Sternen sein wird. Eines Nachts fällt Ida sprichwörtlich aus dem Bett, als ein fliegender Wal draußen auftaucht und Ida einlädt, ihn auf eine Reise hinter die Sterne zu begleiten.

Mittwoch, 1. August 2018

[Bilderbuch] "Kalle und Elsa: Ein Sommerabenteuer" von Jenny Westin Verona und Jesús Verona

Endlich ist der Sommer da! Und Kalles und Elsas lang ersehnter Tag am Meer. Die Wellen glitzern, der Sand ist zuckerig weich. Sie haben zum Glück an alles gedacht: Den Delfin zum Aufblasen, den Sonnenschirm, Saft, Proviant und ...
... das Allerwichtigste: Schaufeln! Also los!
Das Loch am Strand wird immer tiefer und größer und mit ihm das Abenteuer. (Text- und Coverrechte: Bohem Press)


Die Erinnerung an die Sommer unserer Kindheit gehen Hand in Hand mit den heutigen Erlebnissen unserer Kinder. Wie war das, als wir den ganzen Tag am Strand verbrachten, uns niemals langweilig wurde, weil es so viel zu bestaunen, zu erleben und auszuprobieren gab? Wie ist das heute für unsere Kinder? Ich denke, das Wort Abenteuer trifft es ganz gut. Und ein Abenteuer erleben auch Kalle und Elsa bei einem Tag am Strand - ihr ganz eigenes und fantasievolles Sommerabenteuer.

Elsa möchte Kalle ihren Strand zeigen. Und endlich ist der große Tag gekommen. Mit den Rädern und einem Wagen voller Ding, die man am Strand unbedingt braucht - der Schwimmdelfin ist sehr wichtig! -, geht es durch den Wald in Richtung Meer. Als sich der Wald zum Strand öffnet (das ist übrigens wunderschön dargestellt), sind sie endlich da. Sofort kann das Abenteuer beginnen. Während Elsas Papa den Schwimmdelfin aufbläst, beginnen die Kinder damit, ein Loch zu graben. Sie stellen sich vor, was sie darin alles fangen können und schon wird der Strandtag zu einem Erlebnis voller Fantasie und Freundschaft.

Dienstag, 24. Juli 2018

[Kinderbuch] "Die Ziege auf dem Mond" von Stefan Beuse und Sophie Greve

Die Ziege lebt auf dem Mond - allein, aber glücklich. Jeden Tag landen Dinge auf dem Mond, die die Ziege neu benennen muss. Es sind hübsche und traurige Dinge, nützliche und gefährliche, aus denen sich die Ziege ihr Leben baut. Ganz ohne Zeitdruck kann sie dem Flüstern der Sterne lauschen und im Traum den Ozean schmecken. Bis etwas Großes im Mondkrater landet, das Geräusche macht und lebendig scheint. Etwas Geheimnisvolles, Schönes, das sich beim Darüber-Nachdenken verändert - und das den ganzen Mut der Ziege fordert.

Ein Buch voller Wunder, das zeigt, wie reich, verrückt und poetisch das Leben ist - und ein philosophisches Abenteuer für Kinder und Erwachsene, die das Staunen nicht verlernt haben. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


"Das Leben im Augenblick" ist der Untertitel von des Buches. Und genau das ist es, was die Ziege macht; sie lebt im Augenblick ... alleine ... auf dem Mond. Wie sie auf den Mond kam? Wie lange sie schon dort lebt? Warum auf dem Mond Rucola wächst und warum die Uhr dort immer auf viertel nach neun steht? Das sind alles berechtige Fragen. Wichtig sind sie aber nicht wirklich und werden im Übrigen meist von erwachsenen Lesern gestellt. Hier können Kinder viel besser akzeptieren, dass manche Dinge einfach nur sind. Und das es gut ist, dass sie sind.

Jeder Stern steht für einen Wunsch, das wusste die Ziege aus der platten Welt, und damals hatte sie sich so viel gewünscht, dass der ganze Himmel hätte leer sein müssen. Aber von dem ganzen Wünschen wurde man bloß traurig, und da hatte die Ziege gemerkt, dass es nicht gut war, zu viel zum Wünschen zu haben. - S. 11