Mittwoch, 7. Juli 2021

[Kinderbuch] "M.A.G.I.K.: Die Prinzessin ist los" von Tanja Voosen

Noch nie hat Nele den Job ihres Vaters als Agent eines magischen Schutzprogramms so sehr gehasst wie an dem Tag, als auf einmal Romy bei ihnen auftaucht. Sie ist nervig, unausstehlich und - eine waschechte Prinzessin aus dem magischen Königreich Marabel. Wegen großer Unruhen dort, schwebt die Königsfamilie in Gefahr und Romy muss sich bei Nele und ihrem Vater verstecken. Aber P wie Prinzessin? Wohl eher P wie peinlich! Denn Romy, die sich in der Schule als Neles Cousine ausgeben muss, weiß überhaupt nicht, wie man sich normal verhält. Und dann ist da noch Romys magische Gabe, die Nele in einen Schlamassel nach dem nächsten stürzt. Doch plötzlich ist es Romy, die in Schwierigkeiten steckt und eine wahre Freundin braucht ... (Text-, und Coverrechte: Arena Verlag)


Kinderbücher von Tanja Voosen sind für uns ein Highlight. Ihre Geschichten sind immer kreativ, freundschaftlich und herzlich. Außerdem verbindet die Autorin Spannung und Humor sehr gut. Da liest auch die 11-Jährige gerne ein Buch, das ab 9 Jahren empfohlen wird. So geschehen beim Start der neuen Kinderbuchreihe "M.A.G.I.K." (tolles Wortspiel!). "Die Prinzessin ist los" ist wahrlich zauberhaft und total lustig. Es hat uns beiden, Mutter und Tochter, tolle Lesestunden beschert. Und obwohl die über 200 Seiten eng bedruckt sind, war die Geschichte viel zu schnell vorbei. Es hätte gerne direkt weitergehen können. Zum Glück folgt Band 2 recht schnell.

Neles Vater hat fast nie Zeit für sie. Schließlich arbeitet er als Agent für das magische Schutzprogramm M.A.G.I.K. Doch jetzt platzt selbst Nele der Kragen, denn Romy, eine echte Prinzessin, benötigt Schutz und soll sich für eine Weile bei ihnen verstecken. Nele soll mit Romy alles teilen. Dabei würde sie viel lieber Fußball spielen und nicht die Babysitterin für eine Prinzessin. Und auch für Romy ist die Sache alles andere als leicht. Schließlich kommt sie aus einem magischen Königreich, sie weiß überhaupt nicht, wie "normal sein" funktioniert. Klar, dass hier ein Schlamassel zum nächsten führt.

Sonntag, 4. Juli 2021

[Kinderbuch] "Sommer auf Solupp" von Annika Scheffel

Irgendwo weit draußen, wie ein Klecks im Meer, liegt Solpp. Niemals hätte Mari gedacht, dass dieser Ort so viele Überraschungen bereithalten würde: Das Ferienhaus mit den geheimnisvollen Zimmern, die magischen Dunkelstunden, die Wildponys, der fremde Junge aus dem Meer. Und während sie sich noch über all die Rätsel wundern, stecken Mari und ihre Brüder schon mittendrin im schönsten Abenteuer, das man sich vorstellen kann. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Thienemann Verlag)


Der Sommer ist eine ganz besondere Zeit für Kinder. Mit dieser Jahreszeit werden lebenslange Erinnerungen verbunden. Ich erinnere mich heute noch ans damalige Eisessen, an Tage am See, Ausflüge oder Urlaube. Und sehr stark bleiben auch Sommerbücher im Gedächtnis, denn das Lesen, gerade das auf einem Badetuch oder im Urlaub, gehört hier einfach dazu. "Sommer auf Solupp" ist ein Kinderbuch, dass zum einen die Stimmung des Sommers perfekt einfängt, zum anderen mit einem großen Abenteuer aufwartet. Alleine schon das Gefühl, wenn man einen ersten Blick auf das Buch wirft, ist toll. Sehr schön, nicht nur für Kinder ab 10 Jahren.

[...] das Lächeln kommt einfach von selbst, weil die Sonne ihr ins Gesicht scheint und die Luft nach Salz riecht und Sonnencreme und Abenteuer, warm und weich und wunderbar. Und weil das Meer vor ihr glitzert wie verzaubert und der Himmel so blau ist, als hätte ihn sich jemand ausgedacht, und die Möwen so aufgeregt kreischen, als hätten sie eine wichtige Nachricht für Mari. - S. 5

Eigentlich hatte Mari überhaupt keine Lust, die sechswöchigen Sommerferien auf der winzigen Insel Solupp zu verbringen. Viel lieber wäre sie im Fussballcamp, das nun leider für sie ausfällt. Der Entschluss zum Inselurlaub wurde von Maris Mutter gefasst, weil in der Familie nichts mehr ist wie zuvor. Und Mari muss sich fügen. Doch nach der Ankunft auf Solupp erfährt Mari bald, das hier alles besonders ist. Nicht nur wunderschön, heimelig und voller Überraschungen, sondern auch geheimnisvoll und spannend. Das soll wohl tatsächlich ein Sommer werden, den Mari niemals vergisst.

Sonntag, 30. Mai 2021

[Bilderbuch] "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" von Katja Reider

Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis. (Text-, Cover- und Zitatrechte: Carl Hanser Verlag)


Demokratie einfach erklärt? Und das bereits für junge Kinder? Aber ja! Kleinen Kindern politische Grundlagen zu erklären, ihnen dieses Wissen einfach und gut verständlich zu vermitteln, halte ich für eine sehr gute Idee. Am Beispiel der Demokratie, eine der größten Errungenschaften unserer Geschichte, funktioniert das ausgezeichnet. Und was könnte das besser verdeutlichen, als Dschungeltiere, die den ganzen Tag streiten, bis sie entdecken, dass es auch anders geht? "Bestimmer sein: Wie Elvis die Demokratie erfand" ist ein Bilderbuch ab 4 Jahren, das wunderschön gestaltet und in lustiger Reimform Kindern Politikwissen vermittelt.

Wer fordert stets das Allerbeste?
Und wer kriegt immer nur die Reste?
Wer bringt hier endlich Ruhe rein?
Wer soll im Land Bestimmer sein? - S. 10

Im Dschungel ist es herrlich schön. Saftiges Grün, Wasser und Blumen - eine richtige Idylle. Doch leider trügt der erste Eindruck, so richtig vergnügt ist hier keines der vielen Dschungeltiere. Streit ist an der Tagesordnung. Wer bekommt am meisten zu fressen? Wer brüllt oder schnarcht zu laut? Es gibt nichts, das keinen Aufreger provoziert. Jedes der Tiere möchte Bestimmer sein und trägt vor, warum es dafür am besten geeignet ist. Irgendwann hat das Erdmännchen Elvis genug und macht den Tieren den Vorschlag Vertreter zu wählen, die Streitigkeiten für alle ausfechten, und darüber abzustimmen. Und damit ist der Weg frei für eine echte Demokratie im Dschungel ... mit viel mehr Harmonie als bisher.

Donnerstag, 6. Mai 2021

[Bilderbuch] "Kitzel den Kakadu: Ein Mitmachbuch" von Nico Sternbaum

Was tut man, wenn ein Hahn Halsschmerzen bekommt? Warum ist es hilfreich, einem Geier einen Reim nachzurufen? Und wie bekommt Erfinder Eddi seine Seifenblasenmaschine in Gang gesetzt? Mit diesem lustigen Bilderbuch können Kinder ab 2 Jahren selbst aktiv werden: Sie dürfen das Buch schütteln, schaukeln, darauf herumklopfen oder über seine Seiten pusten, je nachdem, was die kleine Geschichte verlangt. Ein Buch voller Überraschungen für jede Menge Spiel, Spaß und Spannung! (Text- und Coverrechte: Bassermann Verlag)


"Kitzel den Kakadu" ist bereits das dritte Mitmachbuch, das in dieser Reihe erschienen ist (und in der jedes Buch für sich alleine steht). Wir besitzen alle. Das allein spricht schon dafür, denn das Anschauen, Vorlesen und Agieren mit dem Buch ist ein großer Spaß, dazu später mehr. Für den Alltag mit kleinen Kindern ist auch "Kitzel den Kakadu" eine Bereicherung. Hier darf man mitmachen und aktiv werden ... und das völlig manuell, ohne Hilfsmittel oder digitale Medien.

Der stabile Pappumschlag ist auch für kleine Kinderhände sicher. Zwar sind die Innenseiten aus Papier, aber auch dieses ist so stabil, dass es einiges aushält. Meist wird man das Buch zu zweit anschauen, bzw. vorlesen. Doch für viele Aktionen darf das Buch vom zuhörenden Kind in die Hand genommen werden.
Auf jeweils zwei Doppelseiten wird eine kleine Geschichte erzählt. Erst folgt der Zustand (z. B. der Kakadu, der traurig auf einem Ast sitzt), dann die Aktion (z. B. der Kakadu wird gekitzelt und ist dann wieder fröhlich). Dieses Prinzip zieht sich durchs ganze Buch. Es darf gekitzelt, geschaukelt, gepustet, geklatscht, gerufen, geklopft, getippt und gestreichelt werden.