Mittwoch, 8. April 2020

[Bilderbuch] "Wenn Line nachts nicht schlafen kann ..." von Friederike Dammermann

Wenn Line nachts nicht schlafen kann, braucht sie ihre Kuscheltiere. Aber die sind im ganzen Zimmer verstreut. Also muss Line raus aus dem Bett und die Kuscheltiere einsammeln. Mit jedem eingesammelten Tier erlebt sie ein Abenteuer in einem anderen fernen Land. (Text- und Coverrechte: EDITION PASTORPLATZ)


Ach ja, da war doch diese Sache mit dem Einschafen. Einigen Eltern stehen jetzt sofort alle Haare zu Berge, denn das Thema Einschlafen ist für manche Kinder nicht so einfach. Für viele Erwachsene übrigens auch nicht. Doch warum ist das so? Und warum wird diesem Thema so viel Bedeutung zugeschrieben? Im Grunde ist es doch völlig normal, dass gerade Kinder innerhalb ihrer Entwicklungsphasen viel zu verarbeiten haben. Da kann ihnen schon mal sprichwörtlich der Kopf platzen. Und den kann man beim Zubettgehen nicht so einfach ausknipsen wie das Licht. Ein Bilderbuch, das dieses Thema sehr feinfühlig und kreativ hervorhebt, ist "Wenn Line nachts nicht schlafen kann ...". Line hat nämlich eine prima Lösung für dieses Problem gefunden. Und vielleicht klappt es nach der Anwendung umso besser mit dem Schlafen.

Line kann einfach nicht einschlafen. Und das, obwohl es draußen dunkel ist und sie alles Mögliche probiert hat, um zur Ruhe zu kommen. Line hat zum Beispiel Schafe gezählt und sich ganz oft herumgewälzt. Doch nichts hat geholfen. Da fällt ihr plötzlich auf, dass ihre Kuscheltiere nicht bei ihr im Bett sind. Wo haben sie sich nur versteckt? Line klettert aus dem Bett, um ihre kuscheligen Freunde zu suchen. Mit jedem ihrer Tiere lässt sie den Tag nochmals Revue passieren, danach macht sich das Kuscheltier auf den Weg ins Bett. Am Ende hat Line tatsächlich alle ihre Tiere ins Bett gebracht. Gemütlich und geborgen fühlt sie sich nun und wünscht sich selbst und den Kuscheltieren eine gute Nacht.

[Sachbuch] "Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr! Unsere Erde"

100 erstaunliche Fakten über unseren Planeten werden in diesem Buch leicht verständlich erklärt. Mit vielen anschaulichen Illustrationen und spannenden Informationen rund um die Erde sowie einem umfangreichen Stichwortverzeichnis. (Text- und Coverrechte: Usborne Verlag)


Bücher, die uns Wissen vermitteln, die uns unsere Umwelt und Entwicklung näher bringen und die uns generell über die elementaren Grundlagen unseres Lebens informieren, können wir in der Summe niemals zu viel haben. Gerade in der heuten Zeit, in der jede Information sofort online abrufbar ist, ist ein Buch, indem Informationen manuell enthalten sind, eine wertvolle Bereicherung. "Unsere Erde", aus der Ich weiß jetzt 100 Dinge mehr!-Reihe, ist nicht nur ein informativer Zeitvertreib, es macht auch großen Spaß darin zu lesen. Kinder (und Erwachsene) finden darin nicht nur allerhand fundiertes Fachwissen, sondern auch viel Kurioses und Erstaunliches.

Liest man "Unsere Erde" von vorne bis hinten durch, dann weiß man tatsächlich 100 Dinge, die unseren Planeten betreffen. Einiges davon mag vielleicht schon bekannt sein, anderes ist selbst erwachsenen Lesern neu. Jede Buchseite, manchmal auch Doppelseite, ist einem Thema gewidmet. Das kann ein scheinbar normales Thema über Steine (hier: "Felsen sind größer als Pflastersteine und Pflastersteine sind größer als Kieselsteine") oder ein durchaus ungewöhnliches Thema sein (z. B. "Ein Wolfsrudel verändert den Lauf eines Flusses"). Die einzelnen Fakten sind von 1-100 durchnummeriert und gefühlt sehr umfangreich in der Auswahl. Eine Gliederung nach Themenbereichen gibt es nicht.

Sonntag, 5. April 2020

[Kinderbuch] "Irmelina Geisterkind: Das Geheimnis der Dorfeiche" von Lydia Ruwe

Hurra! Irmelina Geisterkind feiert ihren zehnten Geburtstag und bekommt endlich ihr eigenes Geisterreich zugewiesen. Doch als sie erfährt, dass sie sich von nun an um Hügelhausens Dorfeiche kümmern soll, ist Irmelina furchtbar enttäuscht. Die steinalte Eiche ist ihr eindeutig zu langweilig. Verbotenerweise verlässt Irmi ihren Posten und macht immer größere Ausflüge. Dabei trifft der marmeladenglasgroße Wirbelwind das neunjährige Menschenmädchen Juna. Wenn das kein Sommer voller Abenteuer wird! (Text- und Coverrechte: Boje Verlag)


Kinderbücher mit einem Fantasy-Anteil mag ich besonders gerne. Denn die Vorstellungswelt des Lesens wird hier nochmals um eine Komponente erweitert. Im ersten Band der neuen Irmelina Geisterkind-Buchreihe, "Das Geheimnis der Dorfeiche", geht es um ein kleines Baumgeistmädchen, um Freundschaft und um Natur(schutz). Das Buch ist ein wirklich schönes Leseerlebnis; lustig, ein bisschen frech, warmherzig und begleitet von einem schönen Sommerfeeling. Meine 10-jährige Tochter, erschien mir anfangs dem Buch schon etwas entwachsen. Sie liest mittlerweile deutlich anspruchsvollere Bücher. Ruckzuck hatte sie es ausgelesen. Aber spricht nicht gerade dieser Umstand für die Geschichte? Wie sie mir schon mehrfach bestätigte, empfand sie Irmelinas erstes Abenteuer als Naturgeist und ihre Freundschaft zum Menschenmädchen Juna als "richtig gut". Sogar als 11-Jährige würde meine Tochter gerne noch weitere Irmelina Geisterkind-Geschichten lesen.

"Mein kleiner Wirbelwind", sagte er und zog die Nase mit einem lauten Grunzen hoch. "Ich bin so stolz, dass du in unsere Fußstapfen trittst." Jetzt kullerte ihm tatsächlich eine grünlich leuchtende Träne übers Gesicht. Irmelina hatte ihren Vater noch niemals weinen sehen! Aber was für Fußstapfen meinte er eigentlich?
"Mein liebes, einziges Papilein, nicht traurig sein. Jetzt zeig doch bitte, bitte endlich her! Ich platze gleich vor Neugier!"
Ihr Vater zog die Hand aus der Tasche, und heraus kam ...
"Ein Eichenblatt?", schrie Irmelina entsetzt und plumpste vor Schreck hintenüber wie ein Kartoffelsack.
- S.18/19

Juna liebt das Singen und das Lesen. Darum freut sich sich auch besonders auf die Sommerferien. Endlich viel Zeit, um all das zu machen, was sie möchte. Doch gleich am ersten Tag nervt sie der jüngere Moritz mit seinem ewigen Geplapper, und Juna verschwindet liebe alleine an den Fluss. Dort macht Juna die Bekanntschaft mit Irmelina, einem winzig kleinen Naturgeistmädchen. Irmelina ist frustriert, sie wäre so gerne ein bedeutender Naturgeist geworden. Stattdessen hat sie die Aufsicht über die alte Dorfeiche aufgebrummt bekommen. Wie langweilig! Juna und Irmelina werden Freundinnen, und vielleicht wird dieser Sommer ja doch nicht so schlecht.

Montag, 30. März 2020

[Bilderbuch] "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens " von Erwin Moser

Billi, die Baummaus ist ein charmantes Mäusemädchen: Sie ist einfallsreich, wagemutig und auch verträumt-philosophisch. Erwin Moser hat Billis Abenteuer in 24 Bildgeschichten festgehalten. Bild für Bild können schon Kleine ab 3 Jahren sie auf ihren Streifzügen rund ums Jahr begleiten. Ein großes, bisher unveröffentlichtes Werk aus dem Vermächtnis des beliebten Bilderbuchkünstlers. (Text- und Coverrechte: Beltz & Gelberg)


Die Bilderbücher von Erwin Moser sind so zahlreich wie kultig. Er hatte eine ganz feine Art zu zeichnen und aquarellierte immer sehr sorgfältig und akzentuiert. Die Bilder, und ebenso die Texte, strahlen etwas Einfaches, Unverstelltes und Freundliches aus. Etwas, das an die eigene Kindheit erinnert. "Billi, die Baummaus: Streifzüge eines mutigen Mäusemädchens" wurde von Erwin Moser, gemeinsam mit seiner Frau, während seiner schweren Krankheit, in mühevoller und langsamer Feinarbeit, fertiggestellt. 2017 ist der Autor verstorben. Es war ihm wichtig, dass seine Geschichten über Billi, eine abenteuerlustige und liebenswerte Baummaus, als sein Vermächtnis veröffentlicht wird.

24 Geschichten enthält das Bilder- und Vorlesebuch. Diese orientieren sich am Jahreslauf, sind also in Geschichten zum Frühling, Sommer, Herbst und Winter zusammengefasst. Jede Geschichte, und das ist das Besondere, umfasst eine Doppelseite. Somit sind sie sehr schnell vorgelesen und so prägnant, dass Kinder sehr gespannt die Handlung verfolgen. Dafür wurden die einzelnen Erzählungen mit jeweils sechs wunderhübschen Bildern gestaltet und sind mit einem kleinen, feinen Text erzählt, der so einfach und liebevoll ist, dass man sich kaum entscheiden kann, welche der Geschichten man am liebsten mag. Und weil sie nicht in Reihenfolge, sondern komplett beliebig (vor)gelesen werden können, kann man immer wieder aufs Neue zum Bilderbuch greifen.