Montag, 11. Februar 2019

[Bilderbuch] "Roberta & Henry" von Jory John

Giraffe Roberta ist unglücklich. Ihr Hals macht sie fertig. Er ist zu lang, zu biegsam, zu scheckig ... Sie wünscht sich einen ganz normalen Hals und versucht alles, um von ihrem Problem abzulenken. Eine humorvolle Geschichte über eine Giraffe, die am Ende erkennt, welche Vorteile so ein langer Hals haben kann. Denn nicht zuletzt beschert er ihr eine wunderbare Freundschaft. (Text- und Coverrechte: Carlsen Verlag)


Vor einiger Zeit haben wir von den Autoren, bzw. Illustratoren Jory John und Lane Smith "Paule Pinguin allein am Pol" (vor)gelesen. Das Bilderbuch begeistert uns mit seiner schrullig-liebenswerten Art noch heute und wird immer wieder hervorgeholt. "Roberta & Henry" ist das neueste Bilderbuch von Jory John und Lane Smith und hatte, wegen guter Erinnerungen, sofort unsere Aufmerksamkeit. Und es kann sein, dass die Kinder und ich uns ein bisschen (dolle) in Giraffe Roberta und Schildkröte Henry verliebt haben. Es geht um eine Freundschaft, die sehr individuell ist, und die Erkenntnis, dass Stärken und Schwächen zu jeder Persönlichkeit gehören.

Glücklich ist Giraffe Roberta nicht wirklich. Man kann sie sogar unglücklich nennen. Ihr Hals ist ihr einfach zu lang, zu biegsam, zu dünn, zu scheckig, zu streckig, ... einfach bekloppt. Sie wird ständig von allen angestarrt. Zwar versucht sie ihren Hals mit Schals, Krawatten und Fliegen aufzuhübschen, aber zufrieden macht sie das nicht. Roberta hat es auch schon mit verstecken probiert. Leider klappt auch das bei ihrer Größe mehr schlecht als recht.
Als Roberta eines Tages völlig verzweifelt ist, trifft sie auf Schildkröte Henry. Henrys Hals ist ganz nach Robertas Geschmack, weil er so schön kurz ist. Doch auch Henry hat Sorgen und Probleme (die Roberta vielleicht lösen kann). Gemeinsam erleben die beiden, dass sie sich ganz wunderbar ergänzen.

Mittwoch, 6. Februar 2019

[Kinderbuch] "Twyns: Die magischen Zwillinge" von Michael Peinkofer

Wynn lebt in der sagenhaften Anderwelt, wo sie als Prinzessin aufwächst und tagein, tagaus von Bediensteten umsorgt wird. Wie langweilig! Doch dann katapultiert ein magischer Elfenstein sie in die Menschenwelt - mitten hinein in das Leben der zwölfjährigen Anny. Verblüfft stellen die beiden Mädchen fest, dass sie sich zum Verwechseln ähnlich sehen! Kurzerhand beschließen sie, die Rollen zu tauschen. Doch das Spiel geht nicht lange gut - denn eine böse Macht aus der Anderwelt hat es auf die beiden abgesehen ... (Text- und Coverrechte: Ravensburger Buchverlag)


Bücher mit Zwillingen üben auf Kinder schon immer einen ganz besonderen Reiz aus. Das zeigen Klassiker wie "Hanni und Nanni" oder "Das doppelte Lottchen". Und genau so fühlt sich "Twyns: Die magischen Zwillinge" beim Lesen des Klappentextes an ... nur mit Fantasy. Die Abenteuer der zwölfjährigen Mädchen Anny und Wynn in der Menschen- und Anderwelt machen sofort neugierig.

Die Handlung ist schnell umrissen. Anny wächst mit ihrem Vater in der Menschenwelt auf, Wynn mit ihrer Mutter in der Anderwelt. Wie es dazu kam, erfuhr ich in einem spannenden Prolog, der genaue Grund wird später aufgelöst. Die Mädchen wissen nichts voneinander, geschweige denn von einer Zwillingsschwester. Durch einen Zufall lernen sich Wynn und Anny kennen und tauschen die Rollen. Sie wissen zuerst nicht, dass sie sich in große Gefahr begeben. Denn die Familie darf nicht vereint sein, um dem Bösen aus der Anderwelt nicht in die Hände zu fallen.

Dienstag, 29. Januar 2019

[Bilderbuch] "Saumüde!" von Katja Reider

Ferkel ist nicht müde. Ganz im Gegenteil zu seiner Mama. Keuchend trabt sie hinter ihm her, während er ins Hühnerhaus prescht, schwungvoll über die Schafe hopst oder übermütig den Hang hinunterkullert - und träumt davon, endlich ihre Ruhe zu haben. Doch als Ferkel plötzlich auf den Wilden Willi trifft, ist sie mit einem Mal hellwach ... Ein Bilderbuch für alle Kinder, die (noch) nicht schlafen wollen - und ihre "saumüden" Eltern. (Text- und Coverrechte: Coppenrath Verlag)


Kinder gehen selten gerne ins Bett. Warum auch? Spiel und Erlebnisse sind viel wichtiger. Ist es dann aber an der Zeit, kann es ein schönes Ritual sein, ein Bilderbuch vorzulesen. "Saumüde!" ist eine lustige und passende Gutenachtgeschichte, die wir auch gerne am Tag vorlesen. Das Bilderbuch zeigt Kindern, dass sie mit dem Konflikt nicht schlafen zu wollen nicht allein sind, animiert zum Mitmachen und vermittelt Geborgenheit.

Nach einem langen Tag ist Ferkel müde. Das ist nicht ganz richtig, es ist wohl eher Ferkels Mama, die findet, dass Ferkel müde ist und nun ins Bett gehen sollte. "Nö! Kein bisschen!", ruft Ferkel und zeigt seiner Mama mal eben wie ein Handstand geht. Und egal welches Argument Mama vorbringt, Ferkel hat keine Lust ins Bett zu gehen. Doch als Ferkel unachtsam wird und dem Wilden Willy im Kuhstall zu nahe kommt, ist Mama zur Stelle. Nach diesem Abenteuer sind beide dann wirklich saumüde.

Mittwoch, 19. Dezember 2018

[Kinderbuch] "Das Weihnachtswunder: Eine magische Wintergeschichte" von Katherine Rundell

Es ist Weihnachten - und ausgerechnet am Heiligen Abend müssen Theos Eltern lange arbeiten! Als Theo eine Sternschnuppe am Himmel sieht, weiß er genau, was er sich wünscht: Nicht mehr alleine sein!
Im nächsten Moment werden vier Figuren lebendig, die Theo als Schmuck an den Weihnachtsbaum gehängt hat: Ein Schaukelpferd, ein Engelchen, ein Trommler und ein Rotkehlchen begleiten Theo durch einen ganz und gar wunderbaren und magischen Weihnachtsabend ... (Text- und Coverrechte: arsEdition)


"Das Weihnachtswunder" ist eines der Bücher, die man auspackt, um sie danach mit offenem Mund zu bestaunen. Das Coverbild gibt nicht einmal ansatzweise wieder, wie schön dieses Buch in der Realität aussieht. Äußerst detailverliebt und mit Goldprägung auf und unter dem Schutzumschlag. Wunderschön gestaltet, passt es hervorragend in die Weihnachtszeit. Ein optisches Highlight, von dem meine Kinder und ich auf den ersten Blick fasziniert waren. Und die Geschichte, in der Weihnachtsbaumanhänger lebendig werden? Ganz neu war diese Tatsache für uns nicht, gefällt aber immer wieder gut. Auch durch eine modernere Auslegung, vor allem aber durch die unglaublich zauberhaften Bilder, verliert die Geschichte nichts von ihrem weihnachtlichen Charme.

Das Buch beginnt ziemlich traurig für den kleinen Theo. Denn ausgerechnet an Heiligabend müssen seine Eltern lange arbeiten. Die Babysitterin ist über ihrem Handy eingeschlafen und selbst das Baumschmücken wird zu einer trostlosen Angelegenheit. Viele Kugeln und Figuren des Baumschmucks sind kaputt oder alt, weil sie zu lange in einer Umzugskiste lagen. Als Theo am Fenster eine Sternschnuppe entdeckt, hat er nur einen einzigen Wunsch: Er möchte nicht mehr alleine sein. Plötzlich werden vier der Weihnachtsfiguren am Baum lebendig. Mit Engelchen, Schaukelpferd, Zinnsoldaten und Rotkehlchen beginnt Theos ganz besonderes Weihnachtserlebnis. Und am Ende wartet tatsächlich eine große Überraschung.

Freitag, 14. Dezember 2018

[Bilderbuch] "Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder" von Silvia Schröer und Silke Schwarz

Stille Nacht, heilige Nacht
Der kleine Hirtenjunge Liran und seine Freunde, das Lämmchen und die Nachtigall, sie sind ganz aufgeregt. Denn in dieser Nacht ist etwas anders als sonst. Ein Engel erscheint und verkündet Jesu Geburt. Liran folgt dem Stern und ist der Erste im Stall. Der kleine Hirte schließt das Jesuskind sofort in sein Herz. Er bewacht es eifrig, als immer mehr Besucher kommen und der Trubel im Stall immer größer wird. Zusammen mit Lämmchen und Nachtigall sorgt Liran dafür, dass das Jesuskind endlich in Ruhe einschlafen kann. (Text- und Coverrechte: cbj Verlag)


Ist Weihnachten ein Fest des Glaubens oder der Geschenke und des Konsums? Das kann jeder für sich selbst entscheiden. Doch auch, wenn man Wert auf die ursprüngliche Bedeutung von Weihnachten legt, nämlich die Geburt von Jesus Christus, und diese Kindern vermitteln will, einfach aufrechtzuerhalten ist sie nicht. Wie auch, bei langen Wunschzetteln und einem übervollen Terminkalender im Dezember?
Eine schöne Tradition ist es, den Kindern die Weihnachtsgeschichte zu erzählen. Möglichst originalgetreu, aber gerne kindgerecht umschrieben. Hier kommt "Der kleine Hirte und das Weihnachtswunder" ins Spiel. Das Bilderbuch veranschaulicht das Wunder von Weihnachten sehr deutlich und erzählt nebenher noch eine herzliche und freundliche Geschichte.