Freitag, 17. November 2017

[Bilderbuch] "Aschenputtel" von den Brüdern Grimm

Aschenputtel leidet unter seinen boshaften Stiefschwester und muss wie eine Dienstmagd schuften. Als der Prinz einen großen Ball veranstaltet, muss sie zu Hause in der Küche bleiben. Doch dank eines magischen Baums und der Hilfe der guten Tauben finden Aschenputtel und der Prinz zueinander. (Text- und Coverrechte: NordSüd Verlag)


Das Märchen "Aschenputtel" kennt wohl jeder. Es ist eines der Märchen, die uns am häufigsten begegnen. Vom Bilderbuch für die Kleinsten bis hin zum Malbuch. Nicht zuletzt ist "Aschenputtel" auch als Film bekannt. Die Zeichentrickverfilmung von Disney "Cinderella" gehört zu den bekanntesten. Und der Märchenfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" begeistert Jahr für Jahr viele Zuschauer zur Weihnachts- und Winterzeit.
Aber eines haben diese Umsetzungen alle gemeinsam. Sie orientieren sich meist nur am Original, wurden stark verändert oder auf die Zielgruppe zugeschnitten. Das empfinde ich nicht als schlimm, es sorgt aber doch dafür, dass das originale Märchen immer mehr in Vergessenheit gerät, sollte es nicht konsequent, auch in neueren Büchern beibehalten werden. "Aschenputtel" ist eine Bilderbuch-Neuauflage des Verlags und wurde von Laura Francesca Filippuccini illustriert. Bis auf wenige Worte, die für Kinder zum besseren Verständnis geändert wurden, ist es das vollständige Originalmärchen der Brüder Grimm.

Meine Mutter hat mir als Kind sehr oft Märchen vorgelesen, auch "Aschenputtel". Ich kenne es natürlich, jedoch habe ich es schon lange nicht mehr selbst gelesen und bisher auch noch nicht den Kindern vorgelesen. Zum Glück hat sich das mit diesem Bilderbuch jetzt geändert. Dabei hat es mich zuerst überrascht, wie lang und ausführlich das Märchen ist. Auch das Ende wird oft abgewandelt oder beschönigt. Wir haben uns über den originalen, umfangreichen Text sehr gefreut. "Aschenputtel" ist eine richtige Vorlesegeschichte mit vielen Szenen. Meine beiden Vorlesekinder war völlig versunken in die Geschichte, haben hochkonzentriert gelauscht und manchmal eine kleine Zwischenfrage gestellt.
Märchen, auch "Aschenputtel", haben eine sehr konsequente Schwarz-Weiß Darstellung und sind in der Ausführung nicht zimperlich. Die Guten werden am Ende immer belohnt, die Schlechten (oft sehr dramatisch) bestraft. Die meisten Autoren würden diese Art von Geschichten für Kinder heute nicht mehr schreiben. Kinder differenzieren jedoch anders und nehmen Märchen nicht in der Härte war, wie sie uns Erwachsenen erscheinen.

Enthält eine Geschichte viel Text, sind großflächige Bilder zur Veranschaulichung ideal. Laura Francesca Filippuccis Bilder in "Aschenputtel" sind ein Erlebnis. Sie bedecken oft eine Doppelseite und wirken wie ein Gemälde. Damit ist dieses Märchen eine schöne Vorlesezeit garantiert, es kann aber genauso gut einfach nur angeschaut werden. Für jüngere Kinder, die gerne und gut zuhören, bis weit ins Grundschulalter ein echte Empfehlung.

Damaris' Fazit ...
"Aschenputtel" ist ein ein Märchenbilderbuch, in dem das originale Märchen der Brüder Grimm beibehalten wurde, ungekürzt und mit diesem ganz speziellen Flair. Es nimmt Kinder mit eine Welt, die ihnen nicht vorenthalten werden sollte und garantiert eine ausgiebige und schöne Vorlesezeit. Die großflächigen und fein gezeichneten Bilder sind gefühlvoll und schön anzusehen, auch ganz ohne den Text. Sie heben das Märchen besonders hervor.


NordSüd Verlag 2017 - Hardcover, 32 Seiten - 14,00 € [D] - Format 22 x 28 cm - Illustriert von Laura Francensca Filippucci - ab 4 Jahren

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