Donnerstag, 30. März 2017

[Bilderbuch] "Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" von Hans Traxler

Eddy ist der Jüngste in der Herde, deshalb darf er auf Tante Adele reiten und auf Mamas Rüssel in die Schlammgrube rutschen. Seit er weiß, dass Wilderer großen Elefanten die Stoßzähne abschneiden, möchte Eddy am liebsten nie erwachsen werden. Eddys Brüder können darüber nur lachen. Doch als Eddy eines Tages verschwunden ist, machen auch sie sich Sorgen. Kann er allein in der Wildnis überleben? Zum Glück landet Eddy in einer Elefantenstation. Bis er aber seine Herde wiedersieht, braucht er viel Hilfe - und vor allem den Mut, ein Großer zu werden. (Text- und Coverrechte: Carl Hanser Verlag)


Oh, wie ist dieses Bilderbücher süß! Sobald man die ersten Seiten aufschlägt, sind das die wesentlichen Gedanken, die einem in den Kopf schießen. Dabei steckt in "Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" so viel mehr. Eine große Portion ehrlicher Realismus, viel Spannung und auch überraschend Wunderliches.

Hans Traxlers Illustrationen stechen hervor. Sie haben etwas Spezielles, eine eigenen Ausdruckskraft, die ich als maßgeblich für Bilderbücher empfinde. Und wenn der kleine Elefant Eddy mit seiner Herde, der Elefantenfamilie, durch die Steppe läuft, dann nehme ich das dem Bild ab, als wäre es eine Tierdokumentation. Obwohl sie gezeichnet sind, lehnen sich die Bilder stark an der Realität an. So auch die Farben. In der Steppe ist alles in pastellfarbenen Rot- und Gelbtönen gehalten. Später, als Eddy in die Zivilisation der Elefantenstation kommen, werden die Bilder bunter voller. Auf jeder Seite gibt es zusätzliche realistische Dinge zu entdecken (z.B. Löwen, die sich im Gras verstecken oder Tiere, die vor einem Fahrzeug davonlaufen), die die Geschichte begleiten und bereichern. Kinder, die noch nicht lesen können, oder denen das Buch gerade nicht vorgelesen wird, werden alleine durch die großformatigen Bilder in der Geschichte versinken.

Die Geschichte selbst ist mit 44 Seiten für ein Bilderbuch umfangreich. Jedoch sind Text und Sprache dem Verständnis jüngerer Kinder angepasst, die nebenbei noch eine ganze Menge an Informationen über Elefanten und ihr Leben bekommen. Hier scheut sich der Autor auch nicht vor einem ernsteren Thema, wie dem der Wilderer, die es auf die Stoßzähne von Elefanten abgesehen haben. Ist die Geschichte anfangs noch sehr realistisch, wird sie im Mittelteil richtig spannend, was dann humorvoll, augenzwinkernd und leicht phantastisch aufgelöst wird. Ganz wunderbar! Eddy, der kleine Elefant, ist ein sehr vereinnahmender Bilderbuchcharakter und dabei so niedlich, dass große und kleine Leser (und Vorleser) ihn einfach lieb haben müssen.

Damaris findet ...
das Gesamtpaket von "Eddy, der Elefant, der lieber klein bleiben wollte" einfach herrlich! Neben dem kleinen Eddy, der so entzückend ist, dass einem das Herz aufgeht, hat das Bilderbuch alles, was für mich richtungsweisend ist. Die Geschichte ist umfangreich aber kindgerecht und lädt durch die schönen Bilder zum langen Verweilen ein. Sie vermittelt Wissen, ist spannend und humorvoll und bekommt gegen Ende noch eine schönes Maß an Phantastik. Und zum Schluss hat Eddy dann vielleicht auch den Mut gefasst, um irgendwann einmal groß zu werden.


Carl Hanser Verlag 2017 - Hardcover, 44 Seiten - 16,00 € [D] - Format 25 x 33 cm - Text und Illustrationen von Hans Traxler - ab 4 Jahren

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