Dienstag, 27. September 2016

[Bilderbuch] "Der Streik der Farben" von Drew Daywalt

© Cover NordSüd Verlag
Duncan malt für sein Leben gerne. Als er eines Tages nach der Schule ein Bild malen will, ist seine Farbschachtel leer. Stattdessen findet er nur einen Stapel Briefe mit seinem Namen darauf. Jeder Farbstift hat einen Brief geschrieben. Rot fühlt sich überlastet, Lila nicht genug respektiert und Beige ist traurig. Nur Grün scheint sich so richtig wohl zu fühlen. Duncan möchte, dass alle seine Farbstifte glücklich sind und hat eine wunderbare Idee ...


Bilderbücher sind für mich persönlich eine große Herzensangelegenheit. Die Auswahl ist riesig, die Ideen grandios. Die meisten Bilderbücher schließt man mit einem Lächeln im Gesicht oder einem guten, zufriedenen Gefühl. Dass man bereits nach der zweiten Seite denkt Wie genial ist das denn?!, ist dann doch eher die Ausnahme. So geschehen bei "Der Streik der Farben", einem Bilderbuch mit einer gefühlvollen Idee und viel Humor.

Die meisten Kinder malen gerne und besitzen viele Farbstifte. Doch was wäre, wenn sich die Farben den Kindern mitteilen könnten? Was würden sie sagen? Wären sie zufrieden mit ihrem Farbendasein? Genau diese Idee greift Autor Drew Daywalt auf, und gibt Farben einen Stimme. Das ist sehr besonders, denn im Grunde gehören Farbstifte ja nicht zu den fühlenden Wesen, wie etwa Menschen oder Tiere. Die Farben schreiben ihrem Besitzer Duncan viele Briefe, in denen sie sich beschweren, sich freuen, um Streitschlichtung bitten oder einen Vorschlag machen. Das lässt die bunten Farbgesellen fast menschlich erscheinen und kein Herz kalt.

Jede Buchseite enthält einen handgeschriebenen Brief, in der jeweiligen Farbe, und daneben eine Zeichnung, die das Geschriebene verdeutlichen soll. Die Schrift sieht tatsächlich wie handschriftliche Notizen aus, kein Buchstabe gleicht dem anderen. Illustrator Oliver Jeffers hat alle Zeichnung mit Farbstiften und der Hilfe von ein paar Kindern angefertigt. Das kommt völlig authentisch bei den kleinen Betrachtern und Zuhörern an.
Die Gefühle der Farben sind sehr echt, aber auch humorvoll. Man kann diese sofort nachvollziehen, und versteht ihre Anliegen mit einem Augenzwinkern. Das Beste ist Duncans Idee am Ende. Er hat einen Weg gefunden, wie er all seinen Farbstiften gerecht werden kann. Einfach und genial. Danach möchte man das Buch sofort nochmals lesen und anschauen.

Damaris hat ...
"Der Streik der Farben" mit einem dicken Grinsen im Gesicht aufgeschlagen und mit einem herzerwärmenden Gefühl geschlossen. Farben, die sich mitteilen können - die Idee ist völlig einfach und plausibel, die Umsetzung und Gestaltung allerliebst. Das Buch hat das Zeug zum neuen Klassiker! Ein großes Lob und eine besondere und faszinierende Bilderbuchempfehlung.

mini 1 - Der Schelm (9) ist ...
mit seinem Alter nicht mehr die Zielgruppe, das ist ihm aber völlig egal. Schon auf der ersten Seite hat er über das ganze Gesicht gegrinst, als er realisiert, dass hier Farbstifte Briefe an ihren Besitzer schreiben. Das Ende fand er super! Ich glaube, er sieht seine Malfarben mittlerweile in ganz neuem Licht ...


NordSüd Verlag 2016 - Hardcover, 40 Seiten - 15,99 € [D] - Format 25 x 25 cm - übersetzt von Anna Schaub - illustriert von Oliver Jeffers - Handschrift von Kris Di Giacomo - ab 4 Jahren

Donnerstag, 22. September 2016

[Kinderbuch] "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" von Irmgard Kramer

Hallo, ich bin Pfeffer und bin gerade in die Schule gekommen. Meine Freunde Paula und Olli sind auch bei mir in der Klasse und wir haben die beste Lehrerin der Welt: die Minze. Wir haben schon ein paar Buchstaben gelernt und das ist echt gut, denn das Schulgespenst hat uns Briefe geschickt und wir konnten zurückschreiben! Aber das Gespenst ist selbst total faul und lässt jetzt die Minze die ganze Arbeit machen - deshalb haben wir uns ein paar Briefe geborgt und helfen ihr jetzt beim Antworten. Dabei haben wir etwas echt Spannendes herausgefunden und das möchte ich euch jetzt erzählen. (Text- und Coverrechte: Loewe Verlag)


Kinderbücher über die Schule sind toll! Besonders, weil sie für die Zielgruppe der Grundschulkinder hochaktuell und lebensnah sind. Pfeffers erstes Schulabenteuer kam pünktlich vor der Einschulung. Mit "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" erschien jetzt der zweite Band einer hoffentlich noch lange fortgeführten Reihe. Jedes Buch ist für sich abgeschlossen. Kinder freuen sich zwar immer über bekannte Charaktere, diese werden aber im zweiten Band so eingeführt, dass man jedes Buch auch eigenständig lesen kann.

Pfeffer hat in der ersten Klasse eine tolle Lehrerin bekommen. Er mag sie sehr, möchte ihr das auch zeigen, indem er ihr eine Freude macht. Denn Pfeffer weiß, dass auch Lehrer manchmal Angst haben. Seine Lehrerin, Lina Kaminzki - Minze -, hatte Bammel vor der neuen Klasse, ihren umfangreichen Aufgaben, und jetzt vor dem ersten Elternabend. Genau das macht die Geschichte so reizend. Kinder und Erwachsene sind nicht unfehlbar und nicht immer sorglos. Minze ist eine junge Lehrerin und hat vor manchen Dingen Magengrummeln. Sie möchte alles gut und richtig machen. Zum Beispiel will sie den Kindern mit dem erfundenen Schulgespenst ein spannendes Lernen ermöglichen. Doch dann geht das Ganze nach hinten los, wird zu so viel Arbeitsaufwand, dass die Minze ihn unmöglich alleine bewältigen kann. Zum Glück bekommt Pfeffer Wind von der Sache. Er und seine Freunde wollen Frau Kaminzki helfen. Man kann sich vorstellen, dass das herrlich lustig und turbulent wird.

Autorin Irmgard Kramer weiß, wovon sie schreibt. Schließlich war sie selbst mal Grundschullehrerin. Themen des Schulalltags werden sehr anschaulich und feinfühlig wiedergegeben. Auch ernsthaftere Angelegenheiten finden ihren Platz, wie die persönlichen Sorgen einer Mitschülerin.
Pfeffers neueste Geschichte, und die seiner Lehrerin Minze, ist ein Vorlesespaß für die ganze Familie. Wirklich, hier haben Kinder und Erwachsene Freude. Für Kinder gibt es viel zu lachen und eine humorvoll-lebensnahe, leicht spannende, Handlung. Und selbst für die Vorlesenden gibt es humoristische Parts, die aus dem Alltag bekannt sind, und versteckt alleine für Erwachsene gedacht sind.

Damaris wurde ...
schon mit dem ersten Buch zum Fan von Pfeffer und Minze. "Pfeffer, Minze und das Schulgespenst" ist eine tolle Fortsetzung und gleichzeitig ein problemlos zu lesender Einzelband. Die Geschichte ist sehr lebensnah und hat trotzdem einen lustigen Unterton und eine hilfsbereite Haltung. Pfeffer, seine Freunde und Lehrerin Minze sollten ein fester Bestandteil im Regal von Grundschulkindern sein. Zuerst als Vorlesebuch, später zum Selberlesen.


Loewe Verlag 2016 - Band 2 - Hardcover, 112 Seiten - 9,95 € [D] - farbig illustriert von Petra Eimer - ab 5 Jahren

Mittwoch, 14. September 2016

[Bilderbuch] "Mein erstes Laternenfest" von Outi Kaden

© Cover Coppenrath Verlag
Die Kinder der Kita Kunterbunt sind schon ganz aufgeregt! Bald ist Martinstag, da gehen alle Kinder zusammen zum Laternenumzug. Aber wer ist denn dieser Martin? Und was macht man alles bei einem Laternenumzug? Zum Glück hat Erzieherin Anne ein großes Buch mitgebracht, in dem die Antworten auf alle Fragen der Kinder stehen. Gemeinsam erleben sie einen wunderschönes erstes Laternenfest.


Das Laufen mit einer Laterne ist für Kinder ein besonders schönes Erlebnis und eine stimmungsvolle abendliche Unternehmung im Herbst. Den ersten großen Laternenumzug werden die meisten Kinder im Kindergarten erleben. Dort erfahren sie auch alle geschichtlichen Hintergründe und lernen die passenden Lieder. "Mein erstes Laternenfest" gibt dieses Ereignis besonders gut verständlich, und wunderschön anzuschauen, wieder.

Das Bilderbuch startet mit einer Szene im Kindergarten, bzw. der Kindertagesstätte. Die Erzieherin erzählt den Kindern, dass sie am 11. November, dem Martinstag, zusammen zum Laternenumzug gehen. Was es genau damit auf sich hat, wer dieser Martin war und warum die Kinder dafür eine Laterne basteln, das erfahren sie im Laufe der Geschichte. Das Buch wirkt wie mitten aus dem Leben gegriffen. Kinder finden sich ab Beginn in der Geschichte zurecht. Dazu sind die Bilder sind sehr liebevoll und anschaulich gehalten. Alleine das Cover, mit der plastisch-glitzernden Laterne, ist eine Augenweide. Schon kleinere Kinder können die Begebenheiten gut nachvollziehen.

Neben der Vorlesegeschichte, die im Kindergarten und beim abschließenden Laternenfest spielt, wird den Kindern die originalgetreue Geschichte vom heiligen Martin erzählt - in kurzen Worten und sehr gut verständlich. Ebenfalls in das Bilderbuch integriert sind die Lieder "Sankt Martin" und "Laterne, Laterne". So wird "Mein erstes Laternenfest" zu einem Vorlese- und Wissenserlebnis, das Spaß macht und ein gemütliches Beisammensein unterstütz.

Damaris empfindet ...
"Mein erstes Laternenfest" als so stimmungsvoll, dass wir am liebsten sofort die Laternen holen und losziehen würden. Das Bilderbuch ist für kleinere Kinder gedacht, und vermittelt beim Betrachten und Vorlesen ein wunderschönes, zur Jahreszeit passendes, Gefühl. Es ist genau das richtige Buch, um Kindern die Tradition von St. Martin und der Laternenumzüge zu vermitteln oder sie darauf einzustimmen.

mini 3 - Die Püppi (1) ist ...
zwar noch keine zwei Jahre alt, schaut sich aber schon sehr gerne die Bilder an. Besonders fasziniert ist sie von dem Pferd und der glitzernden Laterne auf dem Titelbild.


Coppenrath Verlag 2016 - Pappbilderbuch, 14 Seiten - 7,99 € [D] - Format 22 x 24 cm - mit Holografiefolie - illustriert von Outi Kaden - ab 2 Jahren

Dienstag, 13. September 2016

[Bilderbuch] "Graciella will ein Einhorn sein" von Annette Langen

© Cover NordSüd Verlag
Graciella würde so gerne ein Einhorn sein. Sie hat nur ein Problem, sie ist ein Nashorn. Da macht es auch gar keinen Sinn, die Nashorn-Mama zu fragen, die kann und will den Wunsch ihrer Tochter nicht erfüllen. Graciellas Traum scheint unmöglich. Bis sie unerwartete Hilfe von einer Wäscheleine und einer frisch gestrichenen Wand bekommt. Und als es dann ein bisschen gefährlich wird, weiß sich Graciella zu helfen - denn ein Einhorn hat vor nichts Angst!


"Graciella will ein Einhorn sein" ist ein echtes Mädchenbuch. Aber eines, dass völlig anders daherkommt, als es die hübsche rosafarbene Gestaltung erwarten lässt. Es geht um den Traum eines kleinen Nashornmädchens, der sich kurzzeitig, und auf sehr unkonventionelle Weise, auch erfüllt. Vor allem aber geht es um Selbstständigkeit und Mut - mit einer großen Portion Humor.

Graciella ist ein sehr dickköpfiges Nashorn. Darum soll ihr auch ihre Mama dabei helfen, ein Einhorn zu sein. Doch die schüttelt nur mit dem Kopf, der Wunsch der Tochter scheint absurd, sie fühlt sich leicht überfordert, die Hausarbeit ist wichtiger. Gemein, findet Graciella. Und ich muss ihr recht geben, denn es ist sehr schade, dass Erwachsene oftmals verlernt haben wie Kinder zu denken, und gerne in einem Schema stecken bleiben.
Dann zieht Graciella eben alleine los. Tatsächlich erhält sie unerwartet Hilfe, und verwandelt sich - zumindest äußerlich - wirklich in ein Einhornmädchen. Das überrascht Graciella selbst am allermeisten. Als Einhorn ist Graciella plötzlich viel mutiger als zuvor, selbst als ihr ein Jäger in die Quere kommt.

Die Bilder könnten nicht besser zu Geschichte passen. "Graciella will ein Einhorn sein" ist wunderschön illustriert. Graciella verhält sich wohl wie fast jedes Kind. Sie ist kreativ, verträumt und etwas frech, sie will unbedingt, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Dabei sieht sie aber so süß aus, dass man das Bilderbuch mit einem permanenten Lächeln auf den Lippen (vor)liest. Die Illustrationen sprechen für sich. Mit viel Humor, und sehr wenig Text, geben die Bilder die niedlich-lustige Geschichte wieder.

Damaris findet ...
"Graciella will ein Einhorn sein" bringt es auf den Punkt. Jeder sollte ab und zu den Wunsch verspüren, ein Einhorn zu sein (mit viel rosa Glitzer und Regenbögen und so ...), denn dadurch wird das Leben bunter und unkomplizierter. Graciella geht mutig und selbstbestimmt ihren Weg, und bleibt dabei ein echtes Kind. Die humorvolle und originelle Geschichte macht Kindern großen Spaß, und ermutigt sie, zu sich selbst zu stehen. Egal ob mit Text oder ohne. Ein sehr süßes Bilderbuch!


NordSüd Verlag 2016 - Hardcover, 32 Seiten - 14,99 € [D] - Format 22 x 28 cm - illustriert von Anne-Kathrin Behl - ab 4 Jahren

Dienstag, 6. September 2016

[Kinderbuch] "George" von Alex Gino

George ist zehn Jahre alt, geht in die vierte Klasse, liebt die Farbe Rosa und liest heimlich Mädchenzeitschriften, die sie vor ihrer Mutter und ihrem großen Bruder versteckt. Jeder denkt, dass George ein Junge ist. Fast verzweifelt sie daran. Denn sie ist ein Mädchen! Bisher hat sie sich noch nicht getraut, mit jemandem darüber zu sprechen. Noch nicht einmal ihre beste Freundin Kelly weiß davon. Aber dann wird in der Schule ein Theaterstück aufgeführt. Und George will die weibliche Hauptrolle spielen, um allen zu zeigen, wer sie ist. Als George und Kelly zusammen für die Aufführung proben, erzählt George Kelly ihr größtes Geheimnis. Kelly macht George Mut, zu sich selbst zu stehen. (Text-, Cover- und Zitatrechte: FISCHER KJB)


"George" ist der erste Kinderroman zum Thema Transgender. Dabei geht es Alex Gino nicht darum zu polarisieren, vielmehr darum Normalität und Akzeptanz zu vermitteln. Persönliche Erfahrungen und dass Wissen, dass transgender Kinder Bücher brauchen, die sie ermutigen, waren der Grund für "George".

In Georges Leben ist soweit alles normal. Sie lebt mit Mutter und Bruder zusammen, geht in die Schule und hat eine beste Freundin. Dass George, als Junge geboren, heimlich Mädchenzeitschriften liest und sich gerne die Haare wachsen lassen würde, davon ahnt aber niemand etwas. George ist ein Mädchen, und ihr ist durchaus bewusst, was es heißen würde, das öffentlich zu bekennen. Zwar akzeptiert Georges Familie, "dass er eben etwas anders ist", was konkret in ihm vorgeht, wissen sie aber nicht.

"Hey Gi-gi", sagte sie und schloss die Schranktür. Als George noch klein war und ihren Namen nicht richtig aussprechen konnte, nannte sie sich selbst Gi-gi. Ihre Mom benutzte den Ausdruck immer noch, obwohl Scott meinte, das sei ein Mädchenname. George stimmte ihm insgeheim zu. - S. 52/53

Die Geschichte ist in einem ganz einfachen, (meist) personalen, Stil geschrieben. Die Erzählung scheint mitten aus Georges Herz zu kommen, sie teilt ihre Gefühle dem Leser direkt mit. Das spüren junge Leser. Selbst ich, als erwachsene Leserin, fühlte mich George sofort verbunden. Obwohl sie, schon als 10-Jährige, weiß, dass sie ein Mädchen ist, hat sich doch Hemmungen, öffentlich dazu zu stehen. Hänseleien und Mobbing muss George auch so schon oft erfahren, die Angst, was eine komplette Offenbarung mit sich bringen würde, treibt sie tagtäglich um. Gerade, weil das so unmittelbar bei Leser ankommt, hat mich Georges Geschichte sehr berührt. Kein Kind sollte in dieser Situation feststecken oder gar Angst vor der Reaktion einer Gesellschaft haben. Hier ist dringend ein Umdenken erforderlich. Transgender Kinder brauchen Akzeptanz und Ermutigung zu sich selbst zu stehen. Das zu vermitteln, gelingt "George" auf sehr natürliche und authentische Weise.

Alex Gino hat keinen Kinderroman geschrieben, bei dem am Ende alles Friede-Freude-Eierkuchen ist. George macht in seiner Geschichte einige negative Erfahrungen, doch sie hat Menschen um sich herum, die sie akzeptieren wie sie ist (oder bereit sind, dies zu lernen). Die verschiedenen Reaktionen sind sehr echt dargestellt. Das Buch endet leicht offen, ein Abschlussergebnis wir dem Leser nicht präsentiert - für George jedoch ein guter erster Schritt zum Neuanfang und zu einem Leben, in dem sie komplett zu sich selbst stehen kann.

Damaris hat ...
"George" innerhalb eines Tages verschlungen. Die Geschichte eines 10-jährigen Mädchens, das in einem Jungenkörper feststeckt, hat mich berührt und überwältigt. Georges Gefühle, ihre Träume und Wünsche sind ganz normal, für viele Personen aber leider immer noch fremd. Dazu zu stehen erfordert Mut. Alex Gino weckt mit "George" Empathie und zeigt auf, dass jeder, gerade auch Kinder, dazu stehen dürfen, wer sie sind.


FISCHER KJB 2016 - Hardcover mit Schutzumschlag, 208 Seiten - 14,99 € [D] - übersetzt aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst - ab 10 Jahren

Donnerstag, 1. September 2016

[Bilderbuch] "Meine liebsten Fingerspiele" von Anne Mußenbrock

© Cover und Zitat Coppenrath Verlag
Sie alle sind ein Teil von bekannten Fingerspielen: Die Igel, die Sonntags einen Segelbootausflug machen, die Zwerge, die sich um einen dicken Kloß streiten oder die Fingerlein, die heute mal Vöglein sein wollen. Lustige Fingerspiele sind für jedes Babyalter geeignet, fördern die Entwicklung und kommen nie aus der Mode.


Fingerspiele kenne ich schon mein ganzes Leben - dazu noch recht viele. Text oder Melodie variieren zwar immer wieder, werden unterschiedlich weitergegeben, aber das ist nicht schlimm. Denn der Sinn dieser einfachen Bewegungsspiele bleibt immer der gleiche: Fingerspiele machen jedem Baby und kleinen Kind Spaß und fördern dabei die Entwicklung aller Sinne und die Motorik.

Igel machen Sonntagfrüh
eine Segelbootpartie.
Und die Kleinen jauchzen froh,
denn das Boot, das schaukelt so.
[...]
- S. 4

"Meine liebsten Fingerspiele" enthält 13 der bekanntesten Fingerspiele. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass die Texte tatsächlich so sind (mit kleinen Ausnahmen) wie ich sie kenne. Jede Seite wurde sehr liebevoll und passend von Anne Mußenbrock illustriert. So erhält jedes Fingerspiel seine ganz eigene Identität. Besonders schön: Unter jedem Fingerspiel finden Eltern eine kurze Erklärung zum Ablauf. Einige Spiele werden gesprochen, andere gesungen, sofern man die Melodie dazu kennt. Wenn nicht, kann der Reim ebenso gut gesprochen werden.
Das Buch kann mit dem Kind zusammen als Vorlage zum Betrachten und Mitmachen verwendet werden, bis die Fingerspiel-Reime so in Fleisch und Blut übergegangen sind, dass man sie überall aufsagen und spielen kann.

BabyGlück heißt die Serie des Coppenrath Verlags, in der der wunderschöne Spielsachen und Geschenkideen für Babys und Kleinkinder erscheinen. "Meine liebsten Fingerspiele" ist sehr herzlich und stabil gestaltet, und dazu noch in Stoff eingebunden. Damit ist das Buch nicht nur perfekt für die eigenen Kinder, es ist ein ideales und sinnvolles Geschenk zur Geburt, zum Geburtstag oder als Mitbringsel.

Damaris weiß ...
dass Fingerspiele Kinder von klein auf bereichern und dazu einfach Spaß machen. "Meine liebsten Fingerspiele" fördert nicht nur die Gemeinschaft zwischen Kind und Eltern, es sorgt ganz nebenbei für erste spielerische Lernerfahrung. Dazu ist die Gestaltung allerliebst. Ein echter Tipp für Zuhause oder als Geschenk.


Coppenrath Verlag 2016 - Hardcover, 20 Seiten - 9,99 € [D] - Format 16 x 16 cm - illustriert von Anne Mußenbrock - mit Stoffeinband - ab Geburt (1 Jahr)