Donnerstag, 13. August 2015

[Bilderbuch] "Der Fuchs, der keine Gänse beißen wollte" von Sebastian Loth

© Cover Lappan Verlag
Jakob ist der kleinste Fuchs im Wald. Doch auch kleine Füchse werden groß, und so ist es an der Zeit, dass seine Mama ihm von den Gänsen erzählt. Die soll Jakob an jetzt nämlich fressen. Damit ist Jakob ganz und gar nicht einverstanden, denn er ist der Überzeugung: Die schmecken kein bisschen! Der kleine Fuchs will keine Gänse fressen, aber er hat Hunger! Jakob probiert vieles aus und findet schließlich eine Lösung, die ihn vollkommen zufrieden stellt.


Mit gewissen Tieren verbindet man automatisch passende Assoziationen. So ist es seit jeher klar, das Füchse Gänse fressen. Das ist so, und das wird auch immer so bleiben. Oder? Der kleine Fuchs Jakob sträubt sich gegen diese Doktrin. Er versucht, trotz großem Hunger, eine schmackhafte Lösung zu finden. Sehr warmherzig und niedlich erzählt Sebastian Loth eine Geschichte, die mit einer großen Überraschung endet.

Als Bilderbuchliebhaberin habe ich schon vieles gesehen. Und trotzdem gibt es immer wieder Bilderbücher, die mich überraschen können und deren Stil für mich (bisher) einzigartig ist. "Der Fuchs, der keine Gänse beißen wollte" hat einen auffallend besonderen Zeichenstil, der der Geschichte einen ganz eigenen Ausdruck verleiht. Autor und Illustrator Sebastian Loth hebt sich hier deutlich ab. Die Illustrationen wirken einfach, kindgerecht und niedlich zugleich. Kindern bleibt noch genug Raum, ihre eigene Fantasie spielen zu lassen. Signale für das Fressen oder die Gefahr werden jedoch sehr deutlich in Szene gesetzt. Komplett in gedeckteren Erdtönen gehalten, sticht Fuchs Jakob, in einem schönen Orangeton, deutlich heraus.

Die Geschichte hält genau das richtige Maß zwischen Textumfang und Bildern. Perfekt für Kinder im Kindergartenalter, die Jakobs Suche gespannt verfolgen werden. Als Vorlesende war es mir selbst nicht klar, welche Lösung für den kleinen Fuchs angedacht ist. Am Ende waren die Kinder und ich so überrascht, dass wir herzlich (und auch aufatmend) gelacht habe. Welch tolle Idee! Was das Rezept am Ende mit der Geschichte zu tun hat, muss man unbedingt herausfinden.

Damaris ...
wurde von der Auflösung im Buch völlig überrascht, und dabei ist sie doch ganz einfach. "Der Fuchs, der keine Gänse beißen wollte" findet am Ende etwas ebenso Schmackhaftes. Die warmherzige Geschichte, die Farbgestaltung und der einzigartige Illustrationsstil machen dieses Bilderbuch zu etwas ganz Besonderem.

mini 2 - Die Träumerin (6) ...
ist ganz entzückt vom kleinen Fuchs Jakob (sie hat sich kurz gewundert, warum er immer die Augen geschlossen hat). Sie kann seine Weigerung, Gänse zu beißen, vollkommen verstehen. Die Parallelen zu seiner Mahlzeit am Ende hat sie sofort gezogen und möchte nun schnellstens das Rezept ausprobieren. Zum Glück hat dieses "Blümchen" fast das ganze Jahr Saison.


Lappan Verlag 2015 - Hardcover, 32 Seiten - 12,95 € [D] - Format 25 x 25 cm - illustriert von Sebastian Loth - ab 3 Jahren

Montag, 10. August 2015

"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" wird 55 - ein Grund zu feiern!

Es gibt Kinderbücher, die vergisst man auch als Erwachsener nie. Eines dieser Bücher ist "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Diese Geschichte bleibt im Kopf! Ich kann mich an winzige Details und Begebenheiten aus dem Buch erinnern. Vorgelesen wurde es mir in der Grundschule von der Klassenlehrerin. Später, als ich selbst gut lesen konnte, bekam ich eine Taschenbuchausgabe, die ich immer noch besitze. Heute, etliche Jahre später, lese ich das Buch meinen eigenen Kindern vor. Sie hören genauso gebannt zu wie ich damals. Diese Geschichte sollte man keinem Kind vorenthalten.


"Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" von Michael Ende
li. kolorierte Neuausgabe 2015, Thienemann-Esslinger Verlag
re. Taschenbuchausgabe 1986, Deutscher Taschenbuch Verlag

Ein schwarzes Baby wird in einem Päckchen (versehentlich!) nach Lummerland geliefert. Das Land ist winzig, doch für ein Baby ist noch genug Platz. Sehr rührend nehmen sich der König und seine drei Untertanen Jim Knopf an. Lokomotivführer Lukas und Jim Knopf verbindet einen ganz besondere Freundschaft, denn Lukas ist abends genauso schwarz im Gesicht wie Jim. Als Jim älter wird, beschließt der König, dass Lummerland zu klein wird für eine Lokomotive und vier Untertanen. Lukas, Jim Knopf und Lokomotive Emma verlassen Lummerland und erleben das größte Abenteuer ihres Lebens. Meine differenzierte Meinung zum Buch gibt es HIER.

Geschrieben wurde das Buch von Erfolgsautor Michael Ende, der darüber hinaus mit seinen Büchern (und deren Verfilmungen) "Momo" und "Die unendliche Geschichte" weltberühmt wurde. Sehr bekannt ist auch das "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer"-Marionettentheater der Augsburger Puppenkiste.
Michael Ende wurde 1929 in Garmisch-Partenkirchen geboren und lebte ab 1970 in Italien. Im August 1995 starb der Autor nach schwerer Krankheit in Stuttgart.

Am 9. August 1960 erschien "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" beim Thienemann Verlag. Zwei Jahre später folge der zweite Band "Jim Knopf und die Wilde 13". In diesem Jahr wird die Abenteuergeschichte 55 Jahre alt. Ein Grund zu feiern! Der Verlag spendiert zum Jubiläum beide Bücher in einer Neuausgabe. Die Geschichte bleibt natürlich original, die klassischen Schwarz-Weiß-Bilder wurde nun in leuchtenden Farben koloriert.



Michael Ende: "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" mit Illustrationen von F.J. Tripp, koloriert von M. Weber, 272 Seiten, ISBN 978-3-522- 18397-0, 16,99 € (D) / 17,50 € (A) / 20,50 CHF, Thienemann Verlag 2015

Michael Ende: "Jim Knopf und die Wilde 13" mit Illustrationen von F.J. Tripp, koloriert von M. Weber, 288 Seiten, ISBN 978-3-522- 18398-7, 16,99 € (D) / 17,50 € (A) / 20,50 CHF, Thienemann Verlag 2015


Alle Infos zu Jim Knopf und seinem Freund Lukas gibt es auch auf der Homepage des Verlages. Und damit viele kleine Freunde den Geburtstag mitfeiern können, findet man dort auch ein großes Party-Special mit allen Materialen, die man für einen Kindergeburtstag braucht.



Dienstag, 4. August 2015

[Kinderbuch] "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" (kolorierte Neuausgabe) von Michael Ende

© Cover Thienemann Verlag
Lukas ist Lokomotivführer im kleinsten Land der Welt - Lummerland. Täglich fährt er mit seiner Lokomotive Emma die überschaubare Strecke ab oder unterhält sich mit den zwei übrigen Bewohnern der Insel und mit dem König. Als eines Tages ein geheimnisvolles Paket angliefert wird befindet sich darin Jim Knopf, ein Baby, das so schwarz ist, wie Lukas nach einem Arbeitstag als Lokomotivführer. Die beiden freunden sich sofort an.
Als Jim größer wird, entscheidet der König Lummerlands, dass die Insel zu klein für einen weiteren Bewohner wird. Lukas, Jim und Emma machen sich auf den Weg, um eine neue Heimat zu suchen. Sie erleben dabei nicht nur das größte Abenteuer aller Zeiten, sie lösen außerdem das Rätsel um Jims Herkunft.


Der Autor Michael Ende wird fast jedem bekannt sein. Schließlich entstammen seiner Feder die bekannten Werke "Die unendliche Geschichte", "Momo" und eben auch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer". Letzteres wurde 1960 im Thienemann Verlag veröffentlich, von der Augsburger Puppenkiste verfilmt und als Hörspiel umgesetzt. Zum 55. Geburtstag erschien jetzt eine neue, komplett kolorierte Ausgabe.

An diese erstaunliche Abenteuergeschichte habe ich nur die besten Erinnerungen. Sie wurde mir als Kind vorgelesen. Später habe ich sie selbst gelesen und bin dabei vor Spannung und Faszination fast geplatzt. Nun lese ich die Geschichte meinen eigenen Kindern vor und erkenne mich völlig wieder in ihren herzlichen Reaktionen.
Es ist aber auch spannend und rührend, wenn mit einem Paket ein Baby angeliefert wird, das sich wenig später, als Junge, mit seinem großen Freund auf Abenteuerfahrt ins Land Mandala (früher China) aufmacht. Die Elemente Lokomotivführer, Freundschaft und Spannung haben auch heute nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

Die Sprache der Geschichte ist durchaus anspruchsvoll, sehr detailliert und manchmal ausschweifend. Das Buch wird jungen Lesern ab 8 Jahren empfohlen, eignet sich aber schon für jüngere Kinder, ab etwa 6 Jahren, als Vorlesebuch. Die Welt und die Geschehnisse, die Michael Ende hier entworfen hat, haben viele Besonderheiten, sind lustig, sehr spannend und so beeindruckend, dass Kinder vollkommen verzückt der Geschichte lauschen, auch wenn die Kapitel mal etwas länger sind. Nicht selten kann herzlich gelacht, aber auch mitgefiebert werden. Das Abenteuer, das Lukas und Jim erleben, ist stets geprägt von der tiefen Freundschaft zwischen den beiden Helden. Es ist die Kombination von Realismus und Märchen, die Kinder sowie Erwachsene begeistert und fasziniert.

Das i-Tüpfelchen fürs Auge ist die kolorierte Neuausgabe. Die alten Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Franz Josef Tripp blieben dabei vollständig erhalten. Nun wirken sie, durch den farblichen Neuanstich von Mathias Weber, noch um einiges schöner, ohne ihren Charme verloren zu haben. Rundum gelungen!

Damaris stellt fest ...
dass diese kolorierte Neuauflage von "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer" perfekt ist. Nie war das Buch charmanter, wurde die spannende Geschichte so gut in Szene gesetzt. Absolut verdient wird dieses Kinderbuch ein immerwährender Favorit und ein Klassiker der Kinderliteratur bleiben. Keinem Kind sollte diese Geschichte vorenthalten werden. Für alle, die sie noch nicht kennen, ist jetzt der beste Zeitpunkt, dies nachzuholen. Ein Kinderbuch-Muss!

mini 1 - Der Schelm (bald 8) und mini 2 - Die Träumerin (6) sind beim Vorlesen völlig in die Geschichte versunken und von der märchenhaften Welt fasziniert. Dabei findet der Schelm, als Eisenbahnfan, den größten Gefallen an Lokomotive Emma und steckt mich, die Vorleserin, mit seinem Wissen locker in die Tasche. Die Träumerin stellt einige Zwischenfragen, die wir gemeinsam beantworten können. Beide lachen in jedem Kapitel und hüpfen vor Aufregung bei den spannenden Stellen. Folglich bleibt es nie bei nur einem Vorlesekapitel.


Thienemann Verlag 2015 - Hardcover, 272 Seiten - 16,99 € [D] - vollständig kolorierte Neuausgabe - ab 8 Jahren