Samstag, 11. Februar 2017

[Kinderbuch] "Robby aus der Räuberhöhle: Wer rettet das Paradies?" von Barbara Landbeck

Robby liebt seine Räuberhöhle und sein Paradies mit den vielen Pflanzen und Tieren mitten in Jottwede. Es duftet nach frischem Moos und Abenteuern. Und ganz besonders gut nach Freundschaft, denn Gummistiefel-Mädchen Thea ist endlich wieder zu Besuch. Gerade zur rechten Zeit. Denn Bürgermeister Poeppler möchte ein schickes, neues Bürogebäude in Robbys Paradies bauen. Das muss unbedingt verhindert werden! Nur wie?
Ein supergeheimnisvolles Buch mit noch geheimnisvolleren Erfindungen kommt den Freunden da gerade recht ... (Text- und Coverrechte: JUMBO Verlag)


"Robby aus der Räuberhöhle: Wer rettet das Paradies?" ist schon das zweite Abenteuer des Räuberjungen Robby und seiner besten Freundin Thea. Wir fanden den ersten Band so wunderbar, dass die Kinder Luftsprünge machten, als ich das neue Buch für unserer Vorleserunde vorschlug. Sie sind wieder völlig in die Geschichte eingetaucht. Dabei ist es interessant, dass "Wer rettet das Paradies?" auch ohne Kenntnisse des Vorgängers gelesen werden kann. Autorin Barbara Landbeck hat die Geschichte so strukturiert, und relevante Dinge wiederholt, dass sich auch Kinder, die Robby noch nicht kennen, gut zurechtfinden. Mehr Spaß macht es allerdings, wenn man die Reihe in der richtigen Reihenfolge liest.

Es sind Robbys Lebensumstände, die Kinder vollkommen für die Geschichte einnehmen. Robby lebt nämlich auf einem versteckten Grundstück, mitten in der Stadt. Dort steht seine Hütte, die Räuberhöhle. Es gibt einen Bach, ein Baumhaus, seine Tiere und viele Verstecke - ein echtes Paradies. Und damit die Wunschvorstellung vieler Kinder (und Erwachsener). Robby lebt dort ganz alleine, weil seine Räuber-Oma für eine Weile verschwinden musste. Jedoch hat er Freunde, die für ihn da sind. Darum ist er auch nicht wirklich allein.
Genau auf diesem Paradies-Grundstück soll nun ein Bürogebäude gebaut werden. Das ist der spannende Hauptkonflikt, um den sich die Geschichte dreht. Zum Glück haben Robby und Thea einen guten Plan. Aber wird er auch gelingen?

Die Länge der Kapitel eignet sich nicht nur wunderbar zu Vorlesen, sondern auch bestens zum Selberlesen für Grundschulkinder. Und weil die Geschichte so spannend und vereinnahmend ist, bleibt es auch nie bei nur einem Kapitel. Auf die Bitten der Kinder nach einem weiteren muss sich der Vorlesende einstellen. Robby und Thea stehen hier zwar vor einem ernsthaften Problem, das ist ihnen auch sehr bewusst, die Autorin erzählt jedoch mit viel Humor. So bleibt die Geschichte immer spannend, ist aber auch sehr lustig - wir haben viel gelacht.
Als Robby und Thea eine Nacht im Baumhaus verbringen, ist das so schön dargestellt, dass die Kinder beim dazugehörigen Bild vor Begeisterung kollektiv aufgeseufzt haben. Wunderschön anzusehen sind die besonderen Bilder. Sie haben eine ganz eigenen Atmosphäre und etwas, das Kinder sehr stark anzieht. "Wer rettet das Paradies?" ist ein großartiges Kinderbuch!

Damaris sagt ...
Schon als ich den Kindern Robbys erstes Abenteuer vorlas, war klar, dass wir dieses Reihe weiterverfolgen. "Robby aus der Räuberhöhle: Wer rettet das Paradies?" hat unseren Vorstellung allerbestens entsprochen. Die Geschichte ist spannend und humorvoll, die Bilder herrlich passend und atmosphärisch. Wer eine perfekte Vorlesereihe für Kinder sucht, wird hier fündig. Das hat sich durch den zweiten Band nochmals bestätigt. Eine ganz große Empfehlung!


JUMBO Verlag 2017 - Band 2 - Hardcover, 104 Seiten - 13,00 € [D] - Text und Illustrationen von Barbara Landbeck - ab 5 Jahren

Dienstag, 7. Februar 2017

[Bilderbuch] "Onno & Ontje: Ein Freund hilft dem anderen. Immer!" von Thomas Springer

© Cover Coppenrath Verlag
Onno und Ontje haben endlich etwas Zeit, um verschiedenen Dinge zu erledigen. Zum Beispiel Ziege Zieglinde ein zweites Mal melken oder die alte Draisine reparieren, bei der mal wieder ein Rad abgefallen ist. Doch, oh nein, Ontje fühlt sich plötzlich gar nicht gut. Er muss krank ins Bett und brauch die ganze Zeit Onnos Hilfe und Unterstützung. An die Reparatur ist nun natürlich nicht mehr zu denken. Auch nicht, als Onno sich bei Ontje ansteckt und selbst das Bett hüten muss.


Die (unfreiwilligen) Freunde, der Fischer Onno und der drollige Otter Ontje, sind mit einer neuen Geschichte zurück. Schon das erste Bilderbuch der beiden gefiel uns unglaublich gut. Das jeweilige Abenteuer ist immer abgeschlossen, so dass man die Bücher auch unabhängig voneinander lesen und betrachten kann. In "Ein Freund hilft dem anderen. Immer!" geht es um Hilfe und Empathie bei Krankheit oder Traurigkeit, auch wenn man vielleicht lieber etwas anderes machen würde. Bevor ich das neue Bilderbuch meinen Kindern vorlesen konnte, hatte es sich schon der Grosse (9) geschnappt, um es seiner Schwester vorzulesen.

"Onno & Ontje: ein Freund hilft dem anderen. Immer!" hat, wie auch der Vorgänger, recht viel Text. Das Bilderbuch wird ab etwa 3 Jahren empfohlen. Der Text ist aber so umfangreich, dass auch ältere Kinder noch viel Freude daran haben. Dabei ist die Geschichte einfach und gut verständlich erzählt. Kindern gelingt es sogar, zwischen den Zeilen zu lesen. So fragte sich meine Tochter zum Beispiel, ob Ontje nur "krank spielt", damit er von Onno umsorgt wird und nicht bei der Reparatur helfen muss. Auch eine Möglichkeit ...

Neben der freundlichen Geschichte sind eindeutig die wundervollen Bilder das Herzstück der Geschichte. Sie sind sehr detailreich und haben oft eine ganz besondere Perspektive. Beide Charaktere, Onno und auch Ontje, sind echte Originale - Kinder schließen sie sofort ins Herz. Dass die Bilder sich oft selbst nicht ganz so ernst nehmen und neben viel Realismus auch eine große Portion Phantastisches enthalten, gefällt uns besonders gut. Die Wolken in Herzform oder der Apfelbaum, der wie ein Fisch aussieht, das Ei mit Beinen oder die strickenden Krebse ...

Damaris ...
hält die Bilderbücher über Onno & Ontje für sehr charmant und einzigartig. Fischer Onno und sein Freund, der Otter Ontje, bringen mit ihrem gewinnenden Wesen Kinderaugen zum Strahlen und kleine Ohren zum aufmerksamen Zuhören. "Onno & Ontje: Ein Freund hilft dem anderen. Immer!" ist lustig und steckt voller Details, appelliert gleichzeitig an Hilfsbereitschaft und Fürsorge. Wir hoffen auf viele weitere Bände.


Coppenrath Verlag 2017 - Band 2 - Hardcover, 32 Seiten - 12,99 € [D] - Format 26 x 31 cm - Mit Bildern von Matthias Derenbach - ab 3 Jahren

Montag, 6. Februar 2017

[Bilderbuch] "Paulinchen Mutkaninchen" von Daniel Kratzke

© Cover Magellan Verlag
Das kleine Stoffkaninchen Paulinchen kann nicht einschlafen. Ängstlich kuschelt es sich im Bett an seine Besitzerin. Der Mond scheint so unheimlich ins Zimmer, und plötzlich schauen zwei riesige Augen durchs Fenster. Zum Glück wacht Paulinchens Besitzerin auf, und gemeinsam entdecken die beiden, dass von draußen ein ganz freundliches Tier zum Fenster hereinschaut.


Kuscheltiere haben auch mal Angst. Genau das ist das Thema bei "Paulinchen Mutkaninchen" und trifft damit bei kleinen Kindern einen Nerv. Denn während ein Mädchen selig schlummert, hat das Kuscheltierkaninchen Paulinchen Angst vor der Nacht und den großen Augen, die da zum Fenster hereinschauen. Dass es okay ist, sich zu fürchten, dass man sich gemeinsam Mut machen kann, und dass manches gar nicht nicht so schlimm ist wie gedacht, das erfahren Kinder in diesem Bilderbuch.

Gerade mal 14 Wörter umfasst der Text im Buch. Selbst für ein Pappbilderbuch für etwa 2-Jährige ist das wenig. Aber mehr braucht es auch gar nicht. "Paulinchen Mutkaninchen" lebt nämlich von den ausdrucksstarken, sehr niedlichen Bildern. Da ist es völlig legitim, einige Seiten auch ohne Text "sprechen" zu lassen.
Die Kinder steigen mit einer bekannten Szene in die Geschichte ein - ein Kinderzimmer bei Nacht. Während Paulinchens Besitzerin schläft, liegt das Stoffkaninchen wach im Bett und fürchtet sich. Selbst ermutigende Worte des Mädchens helfen nicht. Erst als beide aufstehen und nachschauen, was da vor dem Fenster sitzt, können sie beruhigt und aneinandergekuschelt einschlafen.

Wenn zwei große Augen ("HU-HU!") eine komplette Buchseite bedecken, dem Vorlesekind direkt ins Gesicht schauen, ist die Furcht des kleinen Kaninchens sofort nachvollziehbar. Trotzdem finde ich das Buch sehr liebevoll gestaltet. Schnell wird nämlich klar, dass ein sehr freundliches Tier zum Fenster hereinschaut, vor dem man keine Angst haben muss ("Huhu, Uhu!"). Damit endet die Geschichte positiv und beruhigend.

Damaris ...
hat sich sofort über die niedlichen und ausdrucksstarken Bilder in "Paulinchen Mutkaninchen" gefreut. Und auch mini 3 - Die Püppi (2) sieht gebannt auf die Seiten und zeigt auf alles, was sie sieht. Angst hat sie keine, auch nicht vor dem faszinierenden Tier, das dem kleinen Paulinchen einen großen Schrecken einjagt. Der extrem kurz gehaltene Text hat eine sehr schöne Wirkung, die Geschichte einen beruhigenden Ausgang. Sehr süß!


Magellan Verlag (2017) - Pappbilderbuch, 16 Seiten - 8,00 € [D] - Format 18 x 18 cm - Text und Illustrationen Daniel Kratzke - ab 2 Jahren